euroweb-Pandemie – um was geht es?

Wird „mit Euroweb nur eine Sau durch Klein-Bloggersdorf getrieben?“, wie Mattlog zu Recht fragt, oder findet diese Diskussion auch den Weg in die Printmedien?

Technorati-Zahlen sind das Eine, die Aufmerksamkeit der „breiten“ Öffentlichkeit das Andere, und Klein-Bloggersdorf ist keine autonome Insel sondern Teil unserer Gesellschaft.

Der Netzgärtner weist hier noch auf weitere „Maulkörbe“ hin und schreibt:

Während die einen bäuerlich derb meinen, daß „die Sau durch durch die Blogosphäre getrieben wird“, knöpft sich ein süddeutscher Pressedienst fast unbemerkt einen der ganz kleinen User vor und versucht ihn über den Thresen – oder genauer – über den Richtertisch zu ziehen.

Um was geht es aber wirklich?

Diese Frage wird jeder für sich anders beantworten! – es geht auch um die (Macht-)Interessen einzelner Gruppen … doch das ist nicht mein Thema.

Es geht um Kommunikation! – und Weblogs verändern die Art und Weise wie wir miteinander kommunizieren:

  • Weblogs sind einfach zu betreiben, und jeder kann seine Meinung jederzeit äußern. (ob das anderen passt, oder nicht)
  • Weblogs haben eine beliebig große Reichweite, in kürzester Zeit ist jede Meinungsäußerung weltweit abrufbar.
  • Weblogs haben ein „Gedächtnis“, jede Meinungsäußerung wird sofort an verschiedenen Orten der Welt gespeichert und kann auch Jahre später noch zitiert werden.

Am Beispiel „euroweb“ wird die neue Dynamik deutlich, die erst durch das Internet in dieser Form möglich wird:

  • 18. März: ein Blogger veröffentlicht die erhaltene Abmahnung
  • 19./20. März: die S… wird durch Klein-Bloggersdorf getrieben
  • 20. März: Firma bekommt einen Eintrag im Online-Lexikon Wikipedia (vermutlich anders als erwünscht)

Wir müssen lernen, mit dieser Dynamik umzugehen, d.h auch, dass „Aktualität“ neu definiert werden muss.

Mein Fazit aus der „euroweb-Pandemie“:

  • Weblogs müssen als ein wichtiger Bestandteil unserer Medienlandschaft anerkannt werden.
  • Unternehmen müssen lernen, ernsthaft mit Bloggern zu diskutieren.

7 Gedanken zu „euroweb-Pandemie – um was geht es?“

  1. …und der jemand, der den Wikipedia-Eintragh gemacht hat, muss lernen, sich den Missbrauch einer Enzyklopädie für Streithanseleien zu verkneifen.

    Ich persönlich find‘ Euroweb ja nun nicht so prickelnd, aber das heißt nicht, dass jedes Mittel recht ist. Begründet meckern? Immer. Aber eine öffentliche Hinrichtung muss nicht sein.

  2. Ich habe einen Löschantrag gestellt, da der Artikel unsere Relevanzkriterien nicht erfüllt – es sei denn der Vorgang eskaliert noch merklich.

    Dann sollte aber auch entsprechend das Lemma angepasst werden – das Unternehmen Euroweb erfüllt die an Unternehmen gestellten Relevanzforderungen nämlich bei weitem nicht.

  3. Pingback: Mein Parteibuch
  4. Pingback: Eudemonia
  5. Ich stimme Tim Bartel zu, für einen Firmen-Eintrag erfüllt „euroweb“ auch aus meiner Sicht nicht die Relevanzkriterien.

    Vielleicht kann der Eintrag in Wikipedia derart geändert werden, dass „euroweb“ in irgendeiner Form für einen Entwicklungs- bzw. Veränderungsprozess der Gesellschaft steht, der durch das Medium Internet beschleunigt oder vielleicht auch erst ermöglicht wird?

    Keinesfalls darf Wikipedia einseitig Stellung beziehen, ein Verhalten bewerten und verurteilen, oder gar jemanden „öffentlich hinrichten“.

Kommentare sind geschlossen.