Tit For Tat oder Kooperation ohne Sanktionen

Tit For Tat – Wie Du mir, so ich Dir – ist eine Seminar-Übung, die in Team-Trainings gerne angewendet wird.

Das Spiel erlaubt allen Beteiligten, wechselseitige Vorteile aus einer Kooperation zu ziehen. Es ist aber auch möglich, dass ein Spieler andere ausbeutet oder dass kein Spieler kooperiert. Jeder Spieler trifft seine Wahl ohne zu wissen, wie sich die anderen entscheiden.

Die zentrale Frage ist, wie eine Kooperation in einer Welt von Egoisten möglich ist, ohne dass es eine zentrale Instanz gibt, die die Handlungen einzelner überwacht.

Tit For Tat gilt als erfolgreiche Strategie im wiederholten Gefangenendilemma und geht auf Ergebnisse von Untersuchungen zurück, die Robert Axelrod, Professor für Politische Wissenschaft, an der Universität von Michigan durchgeführt hat.

Diese Untersuchungen beschreibt Axelrod in dem Buch „The Evolution of Cooperation“ und kommt zu dem Ergebnis:

Als Kooperations-Strategie schneidet die wohlwollende, aber im Guten wie im Bösen vergeltungsbereite Regel des Tit For Tat – Wie Du mir, so ich Dir – am besten ab.

Kooperationen, die Sanktionen zulassen, sind wirtschaftlich erfolgreicher als Kooperationen ohne Sanktionsmöglichkeiten

Zu diesem Ergebnis sind jetzt auch Wissenschaftler der Universität Erfurt gelangt. Sie haben untersucht, inwieweit das Kooperationsverhalten durch Sanktionen beeinflusst werden kann.

In einem Spiel um Geld, Kooperation und Dividenden konnten Versuchspersonen entweder einer Gruppe beitreten, in der es keine Strafen gab, oder einer Gruppe, in der sie andere bestrafen konnten, die sich nicht im Sinne des Allgemeinwohls verhielten.

Zu Beginn wollten fast alle Versuchspersonen in einer idealen Welt – ohne Strafe – leben. Aber nach 30 Spielrunden zeigte sich, dass die „straflose“ Gruppe kaum noch Mitglieder hatte, während die Spieler mit „Sanktionserlaubnis“ ein funktionierendes Gemeinwesen geschaffen hatten.

Nähere Informationen finden Sie bei Telepolis und Spiegel Online.

via Interessante Zeiten