Der Blogger und seine Schublade

Wer oder was ist die Blogosphäre? Als Neuling habe ich mir diese Frage gerade in den letzten Tagen sehr oft gestellt.

Spaßeshalber habe ich neulich zu einer Bekannten gesagt: „Jetzt fehlt nur noch, dass Klein-Bloggersdorf seinen Bürgermeister und den Stadtrat wählt.“ – aber wie schnell aus Spaß auch ernst werden kann, lesen wir auch hier ;-) (Ironie)

Ja, Ironie ist das richtige Stichwort, denn die Blogosphäre beschäftigt sich z.Z. auffallend intensiv mit sich selbst – leider nicht nur ironisch sondern auch polemisch. Ob das schon immer so war, oder jetzt erst verstärkt zunimmt, kann ich nicht beurteilen.

Der Kampf um die Macht in Klein-Bloggersdorf scheint voll entbrannt. ;-)

Die folgende Aussage, die ich bei Silkester erzählt gefunden habe, möchte ich gerne offen – und ohne Ironie – diskutieren.

Die Blogosphäre unterliegt gewissen Kommunikationsregeln und um sich in diesen zu behaupten, gilt es etablierte Regeln zu befolgen. Ganz im Sinne des Survival of the fittest, ist die Bezeichnung Blogger als Kennzeichen der Zugehörigkeit einer sozialen Gruppe und in Konsequenz dem Bekenntnis zu bestimmten Verhaltensregeln, durchaus eine nicht zu verachtende Diffenrenzierung zum Pool Mensch im Allgemeinen, dass Blogger dabei dem Pool normale Menschen angehört ist unbestritten, doch Blogger sind von weitere sozialen Kennzeichnen geprägt, die sich aus der Interaktion im Internet mittels Blogs herauskristalisiert haben.

Zuerst einmal stellt sich mir die Frage, was sind die „weiteren sozialen Kennzeichen„, die einen Menschen zum Blogger machen?

Werde ich hier in eine Schublade gepresst, in die ich gar nicht will?

In Deutschland soll die Gesamtzahl der Weblogs so bei 200.000 bis 300.000 liegen. Ich kenne jetzt ca. 300, von denen ich 100 bis 150 mehr oder weniger regelmäßig verfolge. Kenne ich damit Klein-Bloggersdorf? – Definitiv Nein!

Nun, Kommunikationsregeln gibt es in jeder Gesellschaft, aber wer definiert die Kommunikationsregeln für e i n e Blogosphäre? Hierzu gehören die verschiedenen Web-Tagebücher genauso wie die sog. Corporate Blogs.

Die spannende Frage für mich ist, welche Gruppen werden sich nach dieser Umbruchsphase herauskristallisieren, und ist es dann möglich, mit Hilfe der Weblog-Technik – Feedback via Kommentar, Pingback und Trackback – schnell projektbezogene Teams zusammenzubringen, die dann auch in der Lage sind, in unserer Gesellschaft etwas zu bewegen.

Übrigens, die Generalprobe der Teambildung läuft gerade hier.

7 Gedanken zu „Der Blogger und seine Schublade“

  1. Kommunikationsregeln? Welche denn? Natürlich sollte man gewisse Regeln befolgen, wenn man sich im Umfeld von Robert Basic, Lyssa, Knüwer und diversen Dons bewegt.
    Wenn einem dieses Umfeld aber einfach ganz egal ist, was auf den überwiegenden Teil der hochverehrten „Cat-Blogger“ zutreffen dürfte, kann man sich auch einfach ganz eigene Regeln schaffen.
    Das düfte dann selbst Alphonso ganz egal sein.

  2. Ich stimme voll zu. M.E. werden sich jetzt verstärkt neue Gruppen innerhalb der Blogosphäre zusammenfinden – mit ganz eigenen Spielregeln. Diese Teambildung läuft nach den „Naturgesetzen“ ab, die genauso auch in der „realen“ Welt gelten. Die gruppendynamischen Prozesse werden sich m.E. auch durch „Web 2.0“ nicht ändern.

  3. Die Kommunikationsregeln hatten sich lange vor diesen Robert Basic, Lyssa, Knüwer und diversen Dons entwickelt und werden sich auch in den Cat-Blogs etablieren. Hat ein wenig mit der Kommunikationsform, der eingesetzen Technik, Schriftform und so’n Kram zu tun.

    Die Blog-Traditionen wurden nicht erfunden, sondern beobachtet und festgehalten und gelegentlich mit ein paar deftigen Posts errungen. Und es hat nun einmal auch viel mit der Teambildung und Identität nach den Regeln der Natur in der realen Welt zu tun.

  4. Ich denke, wir liegen mit unseren Vorstellungen gar nicht weit auseinander. Und solange die „deftigen Posts“ nicht unter die Gürtellinie gehen, freue ich mich auf einen regen Austausch … :-)

  5. Pingback: PR-Kloster

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