Angela Merkel zu Hause – oder Kinderfunk for Dummies

Ein Video mit unserer Bundeskanzlerin Angela Merkel beschäftigt Klein-Bloggersdorf an diesem Wochenende.

Ist das alles so herrlich stussig, wie Robert Basic meint, oder steckt doch mehr dahinter?

Über Sinn und Unsinn, über die Ausführung u.a.m. streiten nun die Gelehrten Journalisten (- und solche, die es werden wollen -) in den Kommentaren z.B. hier und hier und hier und hier und …

Ich nutze mein Privileg, als Nicht-Journalist, Amateur-Schreiber und Medien-Konsument zu kommentieren.

xolotv

Lyssa aka Katharina Borchert – genau: die designierte Chefredakteurin Online und stellvertretende Chefredakteurin der WAZ-Mediengruppe – durfte Angela Merkel im Kanzleramt besuchen.

Und sogleich der erste Aufschrei: Pfui – Beziehungskiste!, denn Katharina ist die Tochter von Jochen Borchert.

Liebe Kritiker: es war doch immer schon so, Beziehungen schaden nur dem, der keine hat – wo also liegt das Problem???

Das von Lyssa geplante spontane und authentische Interview wurde allerdings sehr kurzfristig abgesagt, … die Bundeskanzlerin wurde zurück gepfiffen ruderte aufgrund plötzlicher Angst vor der eigenen Courage zurück … und herausgekommen ist eine mediengerechte PR-Inszenierung.

Je nach Erwartungshaltung, kann man dieses kritisieren. Ich erwarte nicht, dass diese neue Form des „Bürger-Journalismus“ den herkömmlichen investigativen Journalismus verdrängen sondern um eine interssante Komponente bereichern wird.

Und warum darf eine Bundeskanzlerin nicht auch mal sympathisch rüberkommen, wenn sie ganz offen ihre Medien-Auftritte reflektiert.

Es kam eines Tages jemand, der hat gesagt, dass das [Anm.d.Autors: gemeint ist der wöchentliche Video-Podcast auf www.bundeskanzleramt.de] eben ’ne Form ist, wo viele Menschen auch hingucken [..] und mich hat das interessiert.

Ich finde sowieso diese Revolution über’s Internet eine der spannendsten Dinge die stattfindet, und wir als Politiker sind da manchmal ziemlich hinterher.

Und deshalb habe ich damit angefangen, und dann ist mir irgendwie auch aufgefallen, dass es vielleicht für viele, die da gucken, noch etwas steif ist, wenn ich da immer so vom Teleprompter ablese und neulich habe ich da auch schon einmal frei gesprochen …

Alles in allem ist das Experiment gelungen. Ein Anfang hin zu mehr Authentizität, Offenheit und Transparenz. Natürlich gibt es noch viel zu verbessern, aber die einseitige und pauschale Kritik, so wie sie in einzelnen Postings und Kommentaren zum Ausdruck kommt, wird dem Projekt nicht gerecht.

… und ich bin gespannt auf weitere Produktionen …