Blog-Vermarkter fällt vom Himmel und … landet in Kleinbloggersdorf

Kalt-Akquise ist gefährlich, wenn man sich keine Gedanken um seine Ansprechpartner macht!

Das kann ganz böse ins Auge gehen … oder führt zu einem neuen Blog

Frank Huber wollte eigentlich nur mit „erfolgreichen A-Bloggern“ über seine Ideen zur Vermarktung von Weblogs sprechen.

Also schaute er in die deutschen Blogcharts und schrieb die „Top-10-Blogger“ per E-Mail an.

Nun, da E-Mails ja auch verloren gehen können, telefonierte er hinterher.

Eigentlich ein normales und auch in weiten Kreisen akzeptiertes Vorgehen, oder?

Da aber Blogger i.d.R. sofort über alles schreiben, nahm die Kollerkommunikation ihren Lauf … ix fragte, ob jemand diesen Dr. Frank Huber kenne, und Udo Vetter – bekannter Law Blogger – setzte noch einen drauf: Cold call vom Doktor.

Natürlich wurde der „übermotivierte Werbeflächenvermarkter“ jetzt – virtuell – auf weitere Blogs gezerrt und das Sautreiben die Diskussionen konnten beginnen. Schnell sind so mehr als 300 Kommentare zusammengekommen.

Als Reaktion setzt Frank Huber ein eigenes Blog auf. Er beschreibt Die Beinahe-Kollision mit der A-Klasse aus seiner Sicht. Schon wird vermutet, diese Aktion sei geplant, um so Traffic auf das eigene Blog zu holen. Das glaube ich nicht, denn dann wäre das Blog und die gesamte Aktion m.E. im Vorfeld besser vorbereitet worden.

Was ist hier falsch gelaufen?: Frank Huber schreibt „Top-10-Blogger“ an … hmm … ich greife jetzt mal ganz willkürlich ein paar bekannte Blogger heraus (- die Liste kann beliebig erweitert werden -), und ich frage (rhetorisch):

was haben Robert Basic, Klaus Eck, Rainer Meyer aka Don Alphonso, Martin Röll, Felix Schwenzel aka ix und Udo Vetter gemeinsam???, außer vielleicht, dass sie ein Weblog führen, und auch letzteres gilt ja schon nicht mehr, da ix nur noch ins Internet schreibt

Genau hier setzt meine Kritik an Frank Huber an:

  • er schreibt eine (Spam-?-)Mail an verschiedene Personen und will ein (sehr allgemeines) Konzept verkaufen, ohne sich zuvor mit den einzelnen Adressaten zu beschäftigen …
  • auch seinem – verfrühten??? – Fazit bzgl. Blogosphäre und Blogger in Blogito, ergo sum stimme ich nicht zu, und seine diesbzgl. Verallgemeinerung halte ich für unzulässig (siehe hierzu auch meine rhetorische Frage weiter oben). Hier hat Frank Huber m.E. sehr schlecht recherchiert; auch ich möchte nicht in eine Schublade gesteckt werden …

Allerdings hätte ich nichts zu dieser „Blog-Vermarktungs-Aktion“ geschrieben, wenn ich nicht in seinem weiteren Posting Ein Hauch von Venice Beach … in deutschen Landen einige interessante Ansätze gelesen hätte, die zumindest diskussionswürdig sind.

Frank Huber hat m.E. deutlich gezeigt, dass er mit Kritik umgehen kann und auch bereit ist, dazu zu lernen.

Seinen Ideen selbst stehe ich allerdings (-noch?-) eher skeptisch gegenüber. Mal sehen, was er noch so aus dem Hut zaubert. Dennoch:

Frank Huber, herzlich willkommen in Kleinbloggersdorf … viel Erfolg!!!

7 Gedanken zu „Blog-Vermarkter fällt vom Himmel und … landet in Kleinbloggersdorf“

  1. Ja, da habe ich noch eine Frage: Was sind sie dann? Ich will niemand in Schubladen stecken, sondern herausfinden wer in Kleinbloggersdorf wie zu charakterisieren ist. Die Typisierung in A-C-Klasse ist mir geläufig, welche verwenden Sie? Gerne würde ich dazu eine Umfrage machen – auch mit dem Gedanken gerade meine Konzepte zu schärfen und so mehr auf ihre Belange einzugehen. Sicher habe ich bisher nur laut gedacht, aber irgendwer muss ja mal den Anfang machen. Denn keiner der A-Blogger in D weiss irgend eine Lösung – selbst Don Alphonso nicht (s. mein neuester Blogbeitrag auf blog.firstmedia.de).

  2. Wer oder was ich bin??? – Recherchieren Sie einfach mal :)

    Eine Kategorisierung in A-,B-,C-…Blogger lehne ich ab. Traffic ist nicht alles. Ob der Blogger sein Ziel erreicht, hängt von seiner eigenen Zielsetzung und Erwartungshaltung ab.

    Laut denken ist nicht unbedingt schlecht; ich werde Ihr lautes Denken verfolgen … eine Umfrage – hmm … es gibt schon verschiedene Umfragen – interessanter sind die Konsequenzen und Lösungsansätze, die wir daraus ziehen.

  3. Gut finde ich den Hinweis, wie inhomogen die „Top 10“ eigentlich ist. Die wird nur über die Quote zusammengewürfelt. Im Gegensatz zu den werbefinanzierten Medien interessiert aber die meisten Blogger, die ich kenne, die Quote komischerweise gar nicht so sehr.

    Natürlich ist es o.k., wenn die Statistik nach oben zeigt und man jeden Tag x-Dutzend bis y-Tausend Leser hat. Aber ich kenne eigentlich niemanden, der radikal auf Quote bloggt, wie auch immer das gehen sollte. Vielleicht liegt es daran, dass jeder Blogger mal bei Null angefangen hat…

    Ich hatte Spaß an der Sache, als 20 Leute am Tag zu Besuch waren. Bei 1.000 wurde mir schwindelig, und heute – denke ich nicht mehr drüber nach. Die Login-Daten für Blogscout liegen verwaist in einer Infomail aus dem Maschinenraum. Ich studiere keine Statistiken und Zugriffskurven und kriege auch keine Krise, wenn ich in der Hitparade ein paar Plätze nach unten rutsche.

    Würde mich nicht wundern, wenn es den meisten Bloggern ähnlich geht.

  4. Ohne den Spaß an der Sache bloggt ja auch niemand lange genug um irgendwie A-Blogger zu sein, genannt zu werde was auch immer.
    Dabei Geld zu verdienen, warum nicht, muss aber auch nicht sein, bzw. darf nicht sein wenn der Spaß dabei verloren geht.

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