Im Archiv: Typo3-Magazin zum kostenlosen Download

Alle Artikel der ersten drei Ausgaben der Typo3-Zeitschrift „T3N-Magazin“ stehen im Heftarchiv als PDF zum kostenlosen Download bereit.

Das rund 100 Artikel und 1.000.000 Zeichen umfassende Archiv enthält sämtliche Artikel der bisher erschienenen Ausgaben des T3N Magazins. Neben zahlreichen Beiträgen und Workshops rund um das freie Content Management System TYPO3 finden sich dort auch Artikel zu Themen wie Virtualisierung, Barrierefreiheit, Open Access, Open-Source-Marketing, XHTML, CSS, AJAX, MySQL, OpenOffice, Ubuntu und Firefox. Sämtliche Artikel sind kostenlos und ohne vorherige Registrierung als PDF erhältlich.

Quelle: www.t3n-magazin.de

via Netzpolitik.org

Wikipedia: Lexikon oder Online-Pranger?

Spiegel Online berichtet:

Siemens-Mitarbeiter haben versucht, das Image ihres Chefs Klaus Kleinfeld in der Online-Enzyklopädie Wikipedia zu korrigieren – und damit einen heftigen Streit zwischen dem Konzern und Verfassern sowie Nutzern des Internet-Lexikons ausgelöst.

[..]

Seit wachsame Wikipedianer die PR-Aktion Mitte Mai entdeckten, tobt auf den Diskussionsseiten des Laienforums ein erbitterter Kleinkrieg um die kosmetischen Eingriffe. Inzwischen wird der Kleinfeld-Beitrag sogar auf der internen Watch-List für besonders umstrittene Artikel geführt.

Dieser „Kleinkrieg“ überrascht mich nicht!

Dass PR-Abteilungen großer Konzerne das Online-Lexikon Wikipedia nicht nur beobachten, sondern auch aktiv in ihrem Sinne beeinflussen wollen, zeigt, dass die Konzerne die große Bedeutung der Wikipedia-Einträge für das eigene Image – endlich! – erkannt und akzeptiert haben.

Und zu kurz springen m.E. auch die, die jetzt auf die einzelnen Mitarbeiter eindreschen, die versucht haben, ihren Chef in einem besseren Licht darzustellen – aus welchen Motiven heraus auch immer.

Selbstverständlich ist das plumpe Vorgehen falsch und wird zu Recht gerüffelt:

ACHTUNG: Dieser Artikel enthält Inhalte, die offensichtlich von der Abteilung für Öffentlichkeitsarbeit des Siemens-Konzerns einkopiert wurden. Darauf weisen die gespeicherten IP-Adressen hin.

Die Wikipedia ist KEINE Siemens-Manager-Ego-Beweihräucherungsmaschine, das sollte auch den Teilnehmern aus den IP-Bereichen 217.194.34.123 (erlm.siemens.de) oder 192.35.17.30 (Siemens-Nixdorf) oder 194.138.18.131 (Siemens-MCH) bekannt sein.

Auszug aus der Diskussion auf: http://de.wikipedia.org/wiki/Diskussion:Klaus_Kleinfeld

Authentizität und Transparenz sind wichtige Werte einer offenen Gesellschaft! – Soweit die Theorie ;-) ! In der Praxis stellen sich auch die folgenden Fragen:

Wer sind die – neuen – Meinungsmacher im Netz?

Wer hat die Macht, Zugänge zu bestimmten Inhalten zu sperren bzw. freizugeben?

In vielen Fällen gibt es nicht nur eine Wahrheit, sondern viele berechtigte Interessen. Medienkonzerne, Netzdienstleister u.a. positionieren sich neu und Lobbyverbände suchen neue Ansprechpartner.

Wir müssen auch darauf achten, dass es nicht so kommt wie auf der Farm der Tiere: „Alle Tiere sind gleich, aber manche sind gleicher“.

Die größtmögliche Transparenz ist nur dann gewährleistet, wenn sich möglichst alle gesellschaftlichen Gruppen einmischen! Leider ist die Möglichkeit nicht überall gegeben – ich denke an die Zensur in China, aber auch anderswo gibt es Tendenzen, die das offene Netz gefährden. Ein Video hierzu finden Sie bei Silke Schümann.

weitere Artikel zu Siemens und Wikipedia:
Blogdiplomatie: Siemens Wikipedia-Retuschen
heise online: Image-Kosmetik für Siemens-Chef in Wikipedia
zeineku.de: Siemens und die Wikipedia

Der Blogger und seine Schublade

Wer oder was ist die Blogosphäre? Als Neuling habe ich mir diese Frage gerade in den letzten Tagen sehr oft gestellt.

Spaßeshalber habe ich neulich zu einer Bekannten gesagt: „Jetzt fehlt nur noch, dass Klein-Bloggersdorf seinen Bürgermeister und den Stadtrat wählt.“ – aber wie schnell aus Spaß auch ernst werden kann, lesen wir auch hier ;-) (Ironie)

Ja, Ironie ist das richtige Stichwort, denn die Blogosphäre beschäftigt sich z.Z. auffallend intensiv mit sich selbst – leider nicht nur ironisch sondern auch polemisch. Ob das schon immer so war, oder jetzt erst verstärkt zunimmt, kann ich nicht beurteilen.

Der Kampf um die Macht in Klein-Bloggersdorf scheint voll entbrannt. ;-)

Die folgende Aussage, die ich bei Silkester erzählt gefunden habe, möchte ich gerne offen – und ohne Ironie – diskutieren.

Die Blogosphäre unterliegt gewissen Kommunikationsregeln und um sich in diesen zu behaupten, gilt es etablierte Regeln zu befolgen. Ganz im Sinne des Survival of the fittest, ist die Bezeichnung Blogger als Kennzeichen der Zugehörigkeit einer sozialen Gruppe und in Konsequenz dem Bekenntnis zu bestimmten Verhaltensregeln, durchaus eine nicht zu verachtende Diffenrenzierung zum Pool Mensch im Allgemeinen, dass Blogger dabei dem Pool normale Menschen angehört ist unbestritten, doch Blogger sind von weitere sozialen Kennzeichnen geprägt, die sich aus der Interaktion im Internet mittels Blogs herauskristalisiert haben.

Zuerst einmal stellt sich mir die Frage, was sind die „weiteren sozialen Kennzeichen„, die einen Menschen zum Blogger machen?

Werde ich hier in eine Schublade gepresst, in die ich gar nicht will?

In Deutschland soll die Gesamtzahl der Weblogs so bei 200.000 bis 300.000 liegen. Ich kenne jetzt ca. 300, von denen ich 100 bis 150 mehr oder weniger regelmäßig verfolge. Kenne ich damit Klein-Bloggersdorf? – Definitiv Nein!

Nun, Kommunikationsregeln gibt es in jeder Gesellschaft, aber wer definiert die Kommunikationsregeln für e i n e Blogosphäre? Hierzu gehören die verschiedenen Web-Tagebücher genauso wie die sog. Corporate Blogs.

Die spannende Frage für mich ist, welche Gruppen werden sich nach dieser Umbruchsphase herauskristallisieren, und ist es dann möglich, mit Hilfe der Weblog-Technik – Feedback via Kommentar, Pingback und Trackback – schnell projektbezogene Teams zusammenzubringen, die dann auch in der Lage sind, in unserer Gesellschaft etwas zu bewegen.

Übrigens, die Generalprobe der Teambildung läuft gerade hier.

Leben und Sterben in Klein-Bloggersdorf

Ja, wir merken es alle, Klein-Bloggersdorf wächst, und damit wachsen die Probleme …

Die einen möchten „ihre Unschuld“ nicht verlieren und weiterhin ganz ohne Einfluss von außen schreiben, was sie bewegt, begeistert, nervt, usw. … andere entdecken plötzlich die Möglichkeit, mit ihrem Talent Geld zu verdienen. – Hochverrat!, schimpfen wieder andere.

Aus den hitzig geführten Diskussionen entstehen gewaltige Turbulenzen, wir Robert Basic hier schreibt:

Immer dann, wenn Kommunikations- und Verhaltensstrukturen neu definiert werden müssen, kommt es zu atmosphärischen Störungen, da die Zonen mit niedrigem Luftdruck stets einen Ausgleich mit Hochdruckzentren suchen. Sprich: Es wird turbulent.

Allerdings würde ich Weblogs heute noch nicht als Überschall-Kommunikationsjäger bezeichnen, dieser Vergleich überschätzt m.E. – noch!? – ihre Bedeutung ;-) ))

Leider treffen viele Angriffe aller Parteien mittlerweile sehr häufig unter die Gürtellinie – Beispiele dürfte jeder kennen, ich verzichte hier auf Links.

Martin Ötting fragt: Blogosphäre eats itself? und Klaus Eck spricht gar von Blogger-Kannibalismus.

Diese Umbruchsphase habe ich in einigen Kommentaren als „Pubertät der Blogosphäre“ bezeichnet, was natürlich in dieser platten Verallgemeinerung nicht richtig ist und auch nicht für ein tieferes Verständis der gewachsenen Blogger-Kultur spricht, Sorry! Don Alphonso ist stinksauer.

Aber ich habe nichts gegen kommerzielle Projekte in Klein-Bloggersdorf! Auch das neue hier initiierte Blog-Projekt – auch hier, hier, hier, hier und … – muss sich selbst finanzieren. Um von vornherein Missverständnisse weitestgehend auszuschließen und entsprechenden Diskussionen vorzubeugen, schreibe ich hier offen und direkt: der Aufwand der Mitwirkenden muss mittelfristig gedeckt sein und langfristig darf sich auch eine „Aufwandsentschädigung“ ergeben ;-) ))

Wir leben in einem System, in dem jede Investition – und hierzu zähle ich auch jede Arbeit – eine Rendite erwirtschaften darf und muss!

Das widerspricht der will-haben-haben-haben-aber-nix-bezahlen-wollen-Mentalität diametral!

Und das bringt mich nun direkt „zum Sterben in Klein-Bloggersdorf“: das Burnout Blog gibt auf:

Aufgrund der Popularität dieser Seite erhalte ich außerdem seit Jahren Anfragen, Anfragen, Anfragen, die zuletzt einen nennenswerten Teil meiner täglichen Arbeitszeit kosteten, die aber nicht wirklich etwas mit meiner Tätigkeit s.o. zu tun haben. Meine Bereitschaft, diese Fragen immer und immer wieder zu beantworten, ist im Zeitverlauf drastisch gesunken, zumal hier vieles längst steht. Bitte nehmen Sie das nicht persönlich. Bitte verstehen Sie, dass ich Ihre Wünsche aufgrund menschlicher Kapazitätsgrenzen nicht erfüllen kann und dass ich meine Energien auf meine Kerntätigkeit konzentriere. Ich kann so nicht arbeiten!

… auch das ist Klein-Bloggersdorf …

Statt „Geiz-ist-Geil“ muss wieder gelten „Gutes-Geld-für-gute-Arbeit“ und in Klein-Bloggersdorf wird viel und gut gearbeitet :-) ))

Anmerkung:
Bewusst setze ich keine Trackbacks, indem ich die URL manuel eintrage – um mich gar nicht erst der Trackbackschleimerei verdächtig zu machen ;-) )), d.h. verlinkt werden ausschließlich Seiten, die Pingback oder automatische Trackbacks unterstützen. Wer (- gilt für alle, die ich zitiert und verlinkt habe -) noch einen Trackback auf seiner Seite haben möchte, der hinterlasse bitte einen Hinweis in den Kommentaren. (Anm. für besonders eilige: bitte etwas Geduld: ich bin jetzt für ein paar Stunden außer Haus – Geld verdienen *grrrrr ;-) ))

Aufbruch in Deutschland

… es tut sich was am Standort D!!!

Weblogs machen es möglich: so wird an einem Tag und 92 Kommentare später ein neues Projekt gestartet

… ich freue mich auf das Treffen in Frankfurt/M.


geändert am: 24.05. um 18:05 Uhr

Blogger stark umworben …

… als Schreiber: 20 Millionen Redakteure gesucht! (- mehr dazu gibt es bei medienrauschen -) …

… und als Produkttester für Opel und jetzt auch für Notebooks.

Marketing-Abteilungen großer Unternehmen entdecken Klein-Bloggersdorf. Spannend sind Reaktionen und Diskussionen innerhalb der Bloggosphäre – sogar an den „Neidfaktor“ wird gedacht.

Wie lange kann die folgende Aussage noch in dieser verallgemeinerten Form stehen bleiben?

Blogger warten mit einem positiven Image auf, glänzen häufig mit ihren Produktmeinungen, die nämlich frei von kommerziellen Interessen sind, Blogger sind aus dem Volk für das Volk, Blogger sprechen mit ihrem Microcontent und Microreichweite fokussierte Zielgruppen an, Blogger sind authentisch, [..] Robert Basic

Ich stelle mir gerade das neue Beckenbauer-Blog vor und Franz schreibt über was weiß ich auch immer – wann ist das Blog „neutral“, und wann wird daraus „ein Geschmäckle“?

Update:
Robert Basic geht der Frage nach, ist Glaubwürdigkeit unvereinbar mit Buzzmarketing? – lesenswert!

Kommunikationsfalle: E-Mail

Für unsere Kommunikation mit Freunden und Geschäftspartnern nutzen wir zunehmend E-Mails – das geht schnell, ist fast so locker wie ein Telefonat und reißt mein Gegenüber nicht aus seinen Aktivitäten.

Aber gerade der sorglose – in vielen Fällen eher gedankenlose – Umgang mit der E-Mail-Kommunikation birgt sehr viele Risiken, wie die Professoren Michael Morris und Jeff Lowenstein anhand ihrer Untersuchung zeigen.

E-Mails können Emotionen nicht adäquat übermitteln und werden deshalb vom Empfänger oft falsch interpretiert, weil der Empfänger unbewusst von seiner eigenen momentanen Gefühlslage ausgeht.

One reason for this [Red.: die Fehlinterpretation der Nachricht], the business-school professors say, is that people are egocentric. They assume others experience stimuli the same way they do. Also, e-mail lacks body language, tone of voice, and other cues – making it difficult to interpret emotion.

communications

aus: It’s all about me: Why e-mails are so easily misunderstood

Hier sollen sog. Emoticons helfen, die Gefühlslage des Schreibers zu übermitteln. Allerdings können auch diese Symbole die fehlenden Dimensionen der Kommunikation nicht ersetzen.

Lesen Sie hierzu auch in TP: Missverständliche E-Mails.

Um den Bogen noch weiter zu spannen: das gilt natürlich auch – oftmals in verschärfter Form – für Diskussionen auf Foren- und Weblog-Seiten.

In verschärfter Form dann, wenn ich mein „Gegenüber“ nicht persönlich kenne. Ich weiß nicht, ob eine Anspielung eher ironisch oder doch bitter ernst gemeint ist. Und, kommt meine Ironie als solche an? ;-) )? Viele Fragen! Manchmal bleibt ein „ungutes Bauchgefühl“.

Fazit: das persönliche Gespräch ist durch nichts zu ersetzen, das gilt besonders dann, wenn Befindlichkeiten eine Rolle spielen.

Besser als mit dem Satz von Eliot Spitzer lässt sich das nicht sagen:

Newer write when you can talk. Never talk when you can nod. And never put anything in an e-mail.

Juxtaposition – Scheinbar Unvereinbares Mischen

Darren Rowse macht sich Gedanken, warum das Interesse an den „Neuen Medien“ so stark zunimmt. Er nennt acht Gründe: 8 Reasons Why New Media is Growing.

Ich möchte seinen 6.Punkt herausgreifen: Juxtaposition:

People seem increasingly comfortable with hearing diverse opinions and living with contradiction. [..]

As New Media and Web 2.0 moves towards convergence and integration [..] I guess we will increasingly see a juxtaposition of ideas side by side.

Aufgefallen ist mir dieser Punkt wahrscheinlich gerade deshalb, weil ich letzte Woche mit einem Kunden über genau dieses „Zusammenwachsen unvereinbarer und widersprüchlicher Positionen“ diskutiert habe.

Im Netz registriere ich z.Z. wieder verstärkt einen neuen Hype – einen Medienrummel im negativen Sinne – um „Web 2.0„.

Die Interaktionsmöglichkeiten im „Web 2.0“ machen Sinn, und ich hoffe, dass jetzt neue Dienste entstehen – und von vielen Anwendern angenommen werden, ohne dass der Markt gleich wieder „überhitzt“.

Auf die zwei Seiten der Medaille habe ich hingewiesen. Nun, … was ist „New Media“, was ist „Web 2.0“? Beide Ausdrücke gefallen mir nicht wirklich; es gibt keine griffigen Definitionen und jeder versteht etwas anderes darunter.

Für einen außenstehenden Beobachter ergibt sich das folgende Bild:

Auf der einen Seite schießt eine Community nach der anderen aus dem Welt Weiten Web – openBC, LinkedIn, Basecamp, Campfire, … und Dienste, wie Bloglines, delicious, flickr, frappr, gelangen immer mehr in das Blickfeld einer breiteren Öffentlichkeit – aber, wer blickt da noch durch??? …

… und auf der anderen Seite stehen die überforderten Anwender – oftmals hilflos und alleine gelassen.

Darren hat Recht – das merke ich auch in Gesprächen mit meinen Kunden – , immer mehr Menschen – Anwender – sind bereit, sich auf unterschiedliche und auch widersprüchliche Angebote im WWW einzulassen, aber sie wollen auch „mitgenommen werden“!!!

Das „Mitnehmen“ kommt m.E. zu kurz. Wie kann zusammenwachsen, was zusammengehört? Ich freue mich auf vielfältige – auch widersprüchliche :-) – Meinungen in den Kommentaren.

via BasicThinking