Webjahr 2006

Web 2.0 – Internet fürs VolkDie Welt mit einem Jahresrückblick 2.0.

Wer mag, oder wer den zunehmenden sozialen Druck nicht aushält, der zeigt seine Fotos bei Flickr, seine Gedanken im eigenen Blog, seine Videos bei YouTube , seine Freunde bei MySpace, sein Wissen bei Wikipedia, seine Lieblings-Internetlinks bei del.icio.us, seine Erwerbsbiografie bei Xing oder bei LinkedIn, sein Alter Ego bei Second Life.

Ein Artikel mit ausgiebiger Verlinkung in die Tiefen des Web 2.0 :)

DOSB vs. Saftblog: Alles gar nicht so gemeint?!

Dickes Lob und großes Kompliment an Fank Herold für seinen diplomatischen Einsatz!

Michael Schirp, Pressesprecher Deutscher Olympischer Sportbund , nimmt Stellung und schreibt auf marketing-blog.biz. Hier ein kleiner Auszug (Hervorhebung von mir):

Lieber Saftblog, liebe Blogosphäre,…

…wenn einer eine Marke hat, dann kann er was erleben. Da gibt’s Trittbrettfahrer – die gibt’s gar nicht. Wir meinen nicht die Schule, die Sommerspiele ausrichtet. Oder den Gastwirt, der den Olympiaspieß grillt. Vielleicht auch nicht den guten Walther-Saft – aber leider konnten unsere Anwälte das noch nicht beurteilen. …

So, und jetzt rufe ich Frau Walther an und sage Ihr dies alles selbst. Denn so toll Bloggen auch ist – manchmal ist der direkte Weg der Bessere.

Diese schnelle öffentliche Reaktion ist zu begrüßen! Das ist ein richtiger Schritt in die richtige Richtung!

Nun ja, ein schaler Beigeschmack bleibt …

… wenn mein Anwalt bei einem Streitwert von 150.000,–EUR sein Gegenüber „nicht beurteilen“ könnte, dann hätte ich wohl den falschen Anwalt …

… und warum ist niemand auf die glorreiche Idee gekommen, Frau Walther anzurufen, bevor das Fass aufgemacht wurde?

Aber sei es drum: jetzt heißt es Ruhe bewahren und durchatmen!!!

Wenn dann noch die „anwaltliche Keule“ vom Tisch genommen wird, können alle Betroffenen bei einem Glas Saft entspannen ;)

Saftblog der Kelterei Walther vor dem Aus?

Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) mahnt die Kelterei Walther wegen Rufausbeutung, Urheberrechtsverletzung, Irreführung, Markenrechtsverletzung… ab.

Dieses Blog wollten wir nutzen um mit Kunden, Interessenten und anderen zu kommunizieren. Wenn wir nicht über Dinge reden/schreiben dürfen, die uns über das Geschäft hinaus beschäftigen, dann wird dies hier zu einer Walthers-Werbeveranstaltung – und das ist nicht Sinn der Sache.
Kirstin Walther

Worum geht es? In zwei Artikeln beschäftigt sich Geschäftsführer Jörg Holzmüller mit „Olympia“:

Schon diese Überschriften erregen den Unmut der Anwälte. Kirstin Walther schreibt in einem Kommentar:

Die Herren Anwälte nennen die beiden Überschriften „Slogans“. Zitat: „Beide Slogans sind von Ihrem Geschäftspartner Jörg Holzmüller verfasst und dienen offensichtlich als „Meta-Tag“ um potentielle Kunden auf Ihr Angebot aufmerksam zu machen.“ Aber das ist ja nur eine von vielen Anschuldigungen… Das ganze Teil hat 17 Seiten!

Diese Leistung ist m.E. nicht olympiaverdächtig. Hier gibt es weitere Beiträge zum Thema.

Das Netz zum Mitmachen

Social Commerce für Skeptiker – Sind die Nutzer überfordert? Jochen Krisch lässt zwei eCommerce-Spezialisten zu Wort kommen.

Wer keine Freunde hat, mietet sich welche – kein Witz!-oder doch? :):

Auf vielen Social Network Plattformen, die eigentlich hochgelobt für ihre „sozialen Interaktionen“ sind, beschränken sich die meisten Interaktionen darauf, sich selbst möglichst Attraktiv darzustellen und so den eigenen virtuellen Marktwert zu erhöhen.

[..]

Wer nun aber, auf die wenigen obigen Kriterien beschränkt, zu den Marktverlierern zählt (zu unattraktiv, zu wenig Freunde), kann sich bei Fake-your-space Freunde erkaufen, die das eigene Profil auf verschiedenen Social Network Plattformen aufwerten.

Das AAL-Prinzip – Andere Arbeiten Lassen – und Christian Stöcker schreibt:

Das Internet entwickelt sich zum Arbeitsmarkt für Mikrojobber und Minutenlöhner. Amateure stellen billigst ihre Arbeitskraft zur Verfügung – und kritzeln online zum Beispiel Schafe, für zwei Cent pro Stück. Im Netz wächst ein globales Proletariat heran.

Ein neuer Name für das Phänomen ist auch schnell gefunden: „Crowdsourcing“ …

und dieser Begriff trifft es vielleicht noch besser: Es geht um Outsourcing. Nicht an eine Firma sondern an die Masse, die Crowd der Netznutzer.

Wie das in der Praxis aussehen kann, demonstriert Amazon mit dem Web-Service „Mechanical Turk„:

Complete simple tasks that people do better than computers. And, get paid for it.

Das beste Beispiel für MTurk sind die 10.000 Schafe, die Aaron Knoblin für zwei US-Cent je Schaf zeichnen lässt. Knoblin beschreibt sein Experiment „The Sheep Market: Two Cents Worth“ in dieser Word-Datei (engl. via: The Sheep Market Thesis).

Getroffene Hunde

Nein, Blogs sind (noch) nicht Mainstream! – Und das ist vielleicht auch gut so!?

Dennoch: Blogs sind mehr als „Tagebücher einsamer Träumer“ :) – ich bin immer wieder überrascht, wieviele Unternehmer auch bereits „Kontakt“ mit Weblogs haben.

Ob da wohl jemand Angst vor einer bestimmten Entwicklung hat? – oder salopp ausgedrückt: Nur ein getroffener Hund heult! Anders kann ich diesen Beitrag nicht verstehen (via). Leseprobe:

60 Prozent der Blogs sind tot! Sicher: Die Blogosphäre ist wichtig und mag mittlerweile selbst in Deutschland eine kritische Masse erreicht haben, die ihr von Zeit zu Zeit eine öffentliche Relevanz verleiht. Noch ist Bloggen aber eine Subkultur wie Skateboarden. Die Blogosphäre ähnelt eher einem durch Trackback und RSS hochgradig vernetztem Dorf, das gerade durch die Vernetzung und der Zitat-Gegenzitat-Logik eine Illusion der eigenen Relevanz produziert. (tobias-moorstedt)