Noch ein Blog mir dem Schwerpunkt Diskussion – geht das?

Heute geht für viele das neue Arbeitsjahr 2010 so richtig los … und ich stehe vor der Frage, wie ich dieses Blog so füllen kann, dass es interessierte Leser anlockt und zu spannenden und zielführenden Diskussionen reizt.

Aber womit kann ich meine Leser begeistern und zum Mitdenken und Mitmachen anregen? Oder anders gefragt, brauchen wir neben Twitter, Facebook, Xing … noch so eine Diskussionsplattform wie dieses Blog? Oder ist die Karawane längst weitergezogen? Wenn ja, wohin?

In einem Seminar wäre jetzt der Zeitpunkt für eine Erwartungsabfrage gekommen; und ich stelle die Frage auch hier in den Raum:

Was erwarten Sie von diesem Blog? – Was möchten Sie hier lesen?

Oft heißt es, das Mediennutzungsverhalten ändere sich, nicht nur bei der jüngsten Generation sondern quer durch alle Altersgruppen.

Aber was verändert sich da genau? Wie verändern sich unsere Erwartungen. Welche Rolle können Weblogs in einem neuen Medienmix spielen? … Viele Fragen, wenig Antworten.

Können wir gemeinsam Antworten finden? Über welche Themen wollen Sie sprechen? Reden wir darüber, denn der Schwerpunkt dieses Blogs soll auf dem Gespräch liegen..

Schauen Sie sich die diversen Gruppen in den Netzwerken an, lesen Sie Blogs und beteiligen Sie sich an Gesprächen. Und haben Sie keine Angst, etwas Falsches zu schreiben! Es geht fast nie um richtig oder falsch, sondern ganz häufig um Erfahrungen, um das Teilen von Wissen. Christian Henner-Fehr

Ich beginne heute mit … (*tusch*) …

… Social Media – den sozialen Medien; und ich brauche keine Glaskugel, um festzustellen, dass das Thema Social Media uns auch in diesem Jahr weiterhin sehr stark beschäftigen wird.

Kerstin Hoffmann – alias @PR_Doktor – hat sehr gut herausgearbeitet, was hinter diesem Schlagwort steckt: Social Media sind anders – Public Relations aber auch – Leseempfehlung!

Aber auch jenseits vom Hype nimmt die Internet-Nutzung stetig zu; immer mehr Haushalte haben Zugang zum schnellen Internet, und mit modernen Smartphones macht das Internet weiter mobil. Siehe hierzu auch die sehr gute Präsentation (Slideshare) von Matthias Schwenk auf Carta: Das Internet wird mobil: Ein Ausblick – Leseempfehlung!

Das Internet richtig nutzen, aber wie? Zu Beginn der Internet-Zeitrechnung – so anno 1997 – war die eigene Webvisitenkarte das Fenster zur Welt; heute ist das Internet weitaus komplexer, die Möglichkeiten sind vielfältiger:

socialmediaprisma-by-ethority

Social Media Prisma für den deutschen Markt

Das speziell für den deutschen Markt angepasste Social Media Prisma –  oben nur halb abgebildet – beschreibt Sabrina Panknin in dem Artikel: ethority präsentiert: Das erste Social Media Prisma für den deutschen Markt.

Wer sich näher mit dem Social Media Prisma beschäftigen möchte, der kann z.B. bei Brian Solis einsteigen: Introducing The Conversation Prism.

Und bleiben wir noch ein bisschen bei Social Media: Eine sehr umfangreiche Liste hat Daniel Lütof zusammengestellt: Übersicht Social-Media-Dienste

Wie Unternehmen von Social Media profitieren können, verdeutlicht Lee LeFever – von commoncraft –  in dem folgenden Video sehr überzeugend – in plain English:

Und der Return on Investment? Diese immer wieder gestellte Frage ist berechtigt! Social Media Aktivitäten kosten Zeit – sehr viel Zeit; Stefan Pfeiffer hat einen lesenswerten Artikel verfasst: Was soll die Aufregung um ROI und Social Media? – Leseempfehlung!

Welche Werkzeuge und Dienste können wir nutzen?

Hierzu gebe ich wieder nach nebenan zu Stefan Pfeiffer: Mein Arbeitsplatz von heute – wie er (und meine Web 2.0 Tools) sich gewandelt haben – ich auch? – Leseempfehlung!

Es gibt unzählige Dienste – über deren Sinn man auch trefflich streiten kann; für jeden ist allerdings etwas dabei!

Mein erster „sozialer Dienst“ war del.icio.us – eine Linksammlung. Zunächst habe ich meine Fundstücke dort abgelegt, habe dann aber auch die öffentlichen Listen von Anderen genutzt, um interessante Quellen zu finden; so ist mein erstes Netzwerk im Internet bei del.icio.us entstanden.

Neben del.icio.us nutze ich heute noch Mister Wong und Diigo für meine Lesezeichen.

Linksammlungen und Aggregatoren, wie z.B. FriendFeed und Lifestream.fm, sind auch heute noch ein guter Einstieg; verfolgen Sie, was andere im Netz machen – ohne aufdringlich zu werden.

Sie können sich auch selbst im Netz vorstellen. Hierzu bieten sich Profilseiten und Kontaktnetzwerke an. Dienste für das Ego oder mehr? Ich experimentiere mit Google-Profil, myON-ID, mynameise, yiid, … facebook, facebook für Domus Apart, linkedIn, xing, … irgendwie versuche ich, alles mit allem zu vernetzen, so dass sich jeder – der das möchte – auch selbst durchklicken kann … finden und gefunden werden – die Reputation im Netz ist wieder ein großes Spielfeld.

Die Übergänge von Profilseite zu Kontaktnetzwerk sind fließend, die meisten Dienste bieten nicht nur Möglichkeiten zur Vernetzung, sie erwarten auch, dass die Mitglieder sich verbinden; Freunde adden, heißt das auf Neusprech. Und – Wie adde ich nun Freunde? – das ist eine gute Frage für eine interessante Diskussion; wer beginnt mit Vorschlägen?

Die Auswahl an Diensten und Netzwerken ist groß, und für mich ist das eine interessante und spannende ‚Spielwiese‘; manchmal frage ich mich auch: Wer bin ich? Welche Dienste allerdings relevant sind oder werden, das kann nur jeder für sich selbst herausfinden. Die eierlegende Wollmilchsau wird es m.E. nie geben. Ich erwarte allerdings eine Konsolidierung.

Der nächste Schritt ist, selbst im Mit-Mach-Netz zu publizieren. So um 2006 herum, da war Kleinbloggersdorf noch sehr übersichtlich und gut überschaubar; heute sind Blogger zwar keine Exoten mehr, aber wir haben die Qual der Wahl unter verschiedenen Publikationsformen – von Statusmeldungen – z.B.  bei Twitter – bis hin zu Fachartiklen bei Online-Magazinen. Irgendwo dazwischen liegen noch Schnipselblogs, wie z.B. mein Posterous … für jeden ist mit Sicherheit etwas dabei, will sagen: es gibt keinen Grund mehr, nicht zu publizieren.

Und hier schließt sich der Kreis. Der Medienwandel und der Wandel der Mediennutzung … ist längst in vollem Gange.

Ich freue mich auf Ihre Kommentare, Meinungen, Anregungen, Ergänzungen … und ich hoffe auf viele interessante, spannende und weiterführende Diskussionen.

Bitte lassen Sie mich nicht alleine … Danke!

:-) Rainer Helmes

Corporate Blogs – uninteressant für kleine und mittelständische Unternehmen?

Ich habe hier auf die aktuelle Studie „Elektronischer Geschäftsverkehr in Mittelstand und Handwerk – Ihre Erfahrungen und Wünsche 2007“ des Netzwerks Elektronischer Geschäftsverkehr hingewiesen.

Einen Punkt möchte ich herausgreifen:

Welche Bedeutung haben die verschiedenen Informations- und Beratungsangebote?

wgthGanz oben auf der Wichtigkeits- und und ziemlich weit oben auf der Zufriedenheitsskala stehen Websites mit Information und auf beiden Skalen ganz unten stehen Blogs – in der Studie irreführenderweise als „Webtagebücher“ bezeichnet.

Das überrascht mich – und überrascht mich auch wieder nicht.

Blogs sind zwar, wie es in der Studie heißt, „in aller Munde“, haben aber „im Business“ einen eher negativen Anstrich – Webtagebücher eben. Aber, wie lange haben die „normale Homepage“ und die E-Mail gebraucht, bis sie die heutige Bedeutung erlangt haben?

Wenn Sie sich selbst ein Bild machen wollen, dann …

… ist die Newcomer Business Blogserie genau das Richtige für Sie! Burkhard Schneider stellt in loser Folge Business Blogger und ihre Blogs vor. Eine Zwischenbilanz zieht er hier.

Meine Antwort auf die Eingangsfrage:

Corporate Blogs sind interessant für kleine und mittelständische Unternehmen!

Ich freue mich auf Ihre Meinungen, Anmerkungen usw. usw. in den Kommentaren und – wie immer – gerne auch per E-Mail :) )))
Rainer Helmes

BITKOM: Zehn Millionen Deutsche bloggen

Nachrichten, Unterhaltung und Freizeit, Computer-Fragen und Politik sind die beliebtesten Themen:

BITKOM

Der Bundesverband Informationswirtschaft Telekommunikation und neue Medien e.V. gibt Blogging-Tipps.

Nachtrag: Robert Basic ordnet die Meldung ein und taggt richtig :) :)

es gibt ca. 47 Mio Internetnutzer in D… wann wird es mehr Blogger, Blog-Kommentierer und passive Blog-Leser als Internetnutzer geben, wenn das so weitergeht?

sehr schön :) )))

Der (Un-)Sinn der Corporate Blogs

Seit ein paar Tagen ist die aktualisierte Liste der Top 100 Business Blogs online.

Aktualisiert heißt auch bereinigt, denn:

In der Regel wird der Aufwand, den die Pflege eines Blogs bedarf, unterschätzt. Solange die Blogs aber nicht als strategisches Ziel im Unternehmen verankert werden und als wichtiges Kommunikationsinstrument ernst genommen werden, fällt es manchen Unternehmen leicht, ein solches (Rand-)Projekt wieder einzustellen.
Klaus Eck, PR Blogger

Aber was ist das strategische Ziel? Wann lohnt der Aufwand?

Ja, ich kann mir solche strategischen Ziele vorstellen! So nur zum Beispiel:

  • das gesamte Web-Projekt besser in den Trefferlisten der Suchmaschinen positionieren; s.a.: Verlinken – Ja, aber Wie?
  • das Blog als Mittel zur Kunden-Akquise einsetzen
  • Einnahmen über den Verkauf von Werbeflächen erzielen

Keine Frage, diese strategischen Überlegungen sind wichtig! Viel wichtiger für einen langfristigen Erfolg sind allerdings gute inhaltliche Angebote, die die Leser binden sowie die Bereitschaft zur Diskussion mit den Lesern.

Und dann genügt vielleicht auch einfach die Freude am Schreiben und der Spaß am Dialog als Motivation für ein – erfolgreiches? – Corporate-Blog.

Mein Fazit: Bloggen muss Spaß machen – dann sind auch Corporate Blogs sinnvoll. Man darf nur seine Zeit nicht rechnen :) )))

Rainer Helmes

Saftblog der Kelterei Walther vor dem Aus?

Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) mahnt die Kelterei Walther wegen Rufausbeutung, Urheberrechtsverletzung, Irreführung, Markenrechtsverletzung… ab.

Dieses Blog wollten wir nutzen um mit Kunden, Interessenten und anderen zu kommunizieren. Wenn wir nicht über Dinge reden/schreiben dürfen, die uns über das Geschäft hinaus beschäftigen, dann wird dies hier zu einer Walthers-Werbeveranstaltung – und das ist nicht Sinn der Sache.
Kirstin Walther

Worum geht es? In zwei Artikeln beschäftigt sich Geschäftsführer Jörg Holzmüller mit „Olympia“:

Schon diese Überschriften erregen den Unmut der Anwälte. Kirstin Walther schreibt in einem Kommentar:

Die Herren Anwälte nennen die beiden Überschriften „Slogans“. Zitat: „Beide Slogans sind von Ihrem Geschäftspartner Jörg Holzmüller verfasst und dienen offensichtlich als „Meta-Tag“ um potentielle Kunden auf Ihr Angebot aufmerksam zu machen.“ Aber das ist ja nur eine von vielen Anschuldigungen… Das ganze Teil hat 17 Seiten!

Diese Leistung ist m.E. nicht olympiaverdächtig. Hier gibt es weitere Beiträge zum Thema.

Getroffene Hunde

Nein, Blogs sind (noch) nicht Mainstream! – Und das ist vielleicht auch gut so!?

Dennoch: Blogs sind mehr als „Tagebücher einsamer Träumer“ :) – ich bin immer wieder überrascht, wieviele Unternehmer auch bereits „Kontakt“ mit Weblogs haben.

Ob da wohl jemand Angst vor einer bestimmten Entwicklung hat? – oder salopp ausgedrückt: Nur ein getroffener Hund heult! Anders kann ich diesen Beitrag nicht verstehen (via). Leseprobe:

60 Prozent der Blogs sind tot! Sicher: Die Blogosphäre ist wichtig und mag mittlerweile selbst in Deutschland eine kritische Masse erreicht haben, die ihr von Zeit zu Zeit eine öffentliche Relevanz verleiht. Noch ist Bloggen aber eine Subkultur wie Skateboarden. Die Blogosphäre ähnelt eher einem durch Trackback und RSS hochgradig vernetztem Dorf, das gerade durch die Vernetzung und der Zitat-Gegenzitat-Logik eine Illusion der eigenen Relevanz produziert. (tobias-moorstedt)

Blog-Vermarktung? – Blog-Beratung?

Weblogs sind in! Nach David Sifry verdoppelt sich die Anzahl der Weblogs alle 6 Monate. Die Blog-Suchmaschine Technorati verzeichnet z.Z. mehr als 50 Millionen Blogs weltweit.

technorati 060828

Screenshot aus: State of the Blogosphere, August 2006

Nun, wen wundert es dann wirklich, dass da bei dem einen oder anderen die $-€-$-€-Folge im Auge blinkt???

Ein Blog-Vermarkter fällt vom Himmel und mancher sog. Blog-Berater will den Unternehmen weiß machen, das Weblog sei heute die einzig richtige Kommunikationsform.

Aufgepasst! Das Weblog aufsetzen ist kinderleicht, aber dann … Blogs erzeugen keine Dialoge! … Gespräche führen die beteiligten Menschen … und die neigen manchmal zur Kollerkommunikation (mit und ohne Weblog).

Naja, „Blogfallen“ – und andere Dummheiten -, die gibt es wirklich wie Sand am Meer. Dieses Beispiel habe ich gerade gefunden: Alexander Greisle muss sich gegen Content-Klau wehren – „Mein Text in Ihrem Blog“ (hier: dentalblog.info) via Copyscape. Und wenn ich richtig zwischen den Zeilen lese, dann ist ein sog. Blog-Berater involviert!?!:

Da er sich das Blog hat einrichten lassen, stellt sich die Frage nach der Kompetenz so genannter Blog-Berater. Dazu sollte es auch gehören, die Kunden über die Gepflogenheiten der Szene in Kenntnis zu setzen. Sonst ist man kein Berater, sondern ein Technik-Fummler.

Aber woher nehmen, den richtigen Blog-Berater???

Don Alphonso hat heute die Topliste der deutschen Blog-Berater aufgestellt – eine Positiv-Liste, die in Kleinbloggersdorf auf große Zustimmung stößt: Weblog-Autoren mit langer Erfahrung und hoher Anerkennung in der Blogosphäre. [Link via Robert Basic]

Mein Tipp: Lesen Sie die Weblogs der gen. Autoren. Folgen Sie den Links, und Sie werden weitere interessante Blogs finden. Diskutieren Sie mit. Nur keine Angst – auch das Schwimmen lernen Sie erst richtig, wenn Sie ins Wasser gehen.

Update:

Eine Warnung an alle Blog-Berater und die, die es werden wollen: Der Weltherrscher beweist hier, dass niemand einen solchen braucht.

Hier lesen: Blogberater ein neuer Beruf ohne Zukunft – Recht hat er, der Weltherrscher!

Alles Traffic oder Was: Die Top100 der wichtigsten Corporate Blogs?

PR Blogger Klaus Eck et al. präsentieren die Top 100 Business Blogs .

„Das Ranking präsentiert die meistgelesenen und damit wichtigsten deutschsprachigen Corporate Blogs.“

Hmm … die „wichtigsten deutschsprachigen Corporate Blogs“ … wichtig für wen oder was? und stimmt das in dieser allgemeinen Form?

Gradmesser ist die Blog-Suchmaschine Technorati. Technorati bewertet die Anzahl der ein- und ausgehenden Links der Weblogs.

Zum Thema „Verlinken“ habe ich mich u.a. schon hier und hier ausgelassen.

Links sind das A und O in der Blogosphäre. Links – auch Hyperlinks genannt – sind notwendig, um in den Weiten des WWW gefunden zu werden! Je höher der sog. PageRank, desto besser der Platz in der Google-Treffer-Liste.

Ja! – Aber? Links sorgen für Traffic – via Google z.B. – Aber entscheidet Traffic alleine über die Qualität bzw. den Einfluss eines Weblogs?

Mir sind 100 zufriedene Besucher, die häufig vorbei schauen, lieber als „1000 Visits“, die Google schickt, und von denen 990 die Nase rümpfen, weil sie doch nicht das gefunden haben, was sie suchen.

Bitte jetzt nicht falsch verstehen …

… Traffic ist wichtig! Aus den „1000 Visits“ akquiriert sich vielleicht ein treuer Leser – oder gar ein neuer Kunde!

… und die Leistung von Klaus Eck und Co. will ich keineswegs schmälern! Diese Liste ist ein guter Ansatz für alle, die sich näher mit dem Thema „Weblog für Unternehmen“ beschäftigen wollen :-) Danke an die Autoren!!!

Aber, von einem Ranking, das die Bedeutung eines Business Weblogs richtig einordnet, erwarte ich deutlich mehr, als nur die Wiederspiegelung des Technorati-Ranges.

Mich interessiert zusätzlich: welchen Anteil meiner potenziellen Kunden erreiche ich?, wieviele meiner Stammkunden kennen und nutzen mein Weblog?, wie oft kommen die Besucher wieder? usw. usw.

Für Unternehmen ist es wichtig, die Vorteile eines Weblogs mit denen der gemeinen Homepage zu verbinden. Keine leichte Aufgabe ;-) – und maßgebend sollten einzig und allein die Bedürfnisse der Besucher der jeweiligen Site sein.

Ein weiteres Kriterium für die Bewertung von Corporate Blogs könnte z.B. auch sein, inwieweit es einem Unternehmen gelingt, die Weblog-Technologie und die Weblog-Kommunikationskultur in seinen gesamten Web-Auftritt zu integrieren.

Über ein „Web-1.0-2.0-Zwitter“ schreibe ich auch hier .

Auch Robert – unser aller A-Blogger ;-) – hat sich so seine Gedanken gemacht …

via PR Blogger

Update 23. Juni 06

Ein Ziel der Ranking-Liste ist erreicht: sie sorgt für Aufmerksamkeit, Unruhe in der Blogosphäre, viele neue Links, und das führt sicher auch zu viel Traffic ;-)

Was passiert? Die Liste ist dynamisch – jawohl die Rangordnung verändert sich schneller als Technorati sein Ranking aktualisiert ;-)

Nun ja, das mit dem Ranking ist ja auch nicht so einfach, denn Technorati liefert zwei Zahlen! (- inwieweit diese zuverlässig ermittelt werden und immer aktuell sind lasse ich jetzt mal dahingestellt -)

Zum einen nennt Technorate die absolute Zahl der eingehenden Links und zum anderen die Anzahl der verschiedenen Webseiten, von denen diese Links ausgehen. Aus diesen Werten ergibt sich der „Rang“, wobei die Anzahl der Seiten offensichtlich stärker eingeht.

Diesem „Business-Ranking“ liegen scheinbar nur die absoluten Links zugrunde!?! (habe mich selbst nicht so intensiv damit befasst ;-) ))

Aber Frank Herold meint Man wird ja mal nachfragen dürfen…:

„Lieber Klaus Eck, erklärst du bitte nochmal die Spielregeln, so das auch eine angefressene, beleidigte Leberwurst, ein stoischer Erbsenzähler, wie ich es einer bin, sie kapiert?

Sollte es so sein, dass hier ausschliesslich die Anzahl der Links gezählt wird? In dem Fall legen wir uns doch einfach alle ein Linkblog zu und trackbacken gleich jeden neuen Blogeintrag 5 mal oder öfter…“

… solidarisch spendet er seine Links, und weil er dabei MiFoMM auch mit so schöner Beschreibung verlinkt hat, soll er natürlich auch viele, viele Backlinks erhalten :-)

wie sollen Unternehmen bloggen

Brauchen Firmen ein Weblog? – Nein! Firmen müssen mit ihren Kunden kommunizieren – effektiv und effizient!

Innerhalb der Blogosphäre wird heftig diskutiert, ob Unternehmem / Unternehmer bzw. Manager bloggen sollen, oder doch lieber nicht???

Robert führt mich gerade zu Neue Umfrage zu sog. “Marketing-Blogs”. Die Diskussion in den Kommentaren ist überaus lesenswert!!!!

Weblogs sind en vogue!?! Oder?

Und wie sieht das außerhalb der Blogosphäre aus? – Wieviel Prozent der gemeinen Internet-User kennen tatsächlich den Unterschied zwischen einem Content Management System und einem Webblog?

Die meisten Besucher werden sich zunächst – i.d.R. völlig unvoreingenommen – mit dem für sie ungewohnten Dialog-Angebot (Weblog) auseinandersetzen. Aufgrund der blog-typischen Verlinkung lernen sie weitere Bewohner von Klein-Bloggersdorf kennen – und evtl. schätzen! (- ich spreche hier aus eigener Erfahrung -)

Und die Firmen, die – aus welchem Grund auch immer – bloggen wollen? Sie treffen auf eine gewachsene Blogger-Kultur – es gibt ungeschriebene Gesetze.

Robert fordert Stay on Topic und fasst so zusammen:

Also: Was man aus dem One-to-Many Tool namens Blog macht, ist der Kreativität, der Zielvorstellung und dem Schreiber überlassen. Solange der nicht den Fehler begeht, auf Privatblog zu machen, kann man zwar immer noch Einiges falsch machen, aber sich zumindestens nicht von vornherein das Blog verbauen. Unterschätze nie den Leser, seine Bedürfnisse, biete ihm einen ausgesprochen guten Mehrwert und mach Dir wenig Kopf, dass Du den Schreibstil privat blubbernder Blogs nicht hinbekommst. Sobald Du klarmachst, was geboten wird und was der Vorteil für den Leser sein soll, musst Du Dir keine Sorgen machen: Ich erwarte ganz bestimmt nicht von Dir, dass Du mir verrätst, dass Dein Chef Dich zur Schnecke gemacht hat. Oder Du etwa kein Marketing machen möchtest, versuchs erst gar nicht zu kaschieren. Ist auch nicht so wild, da die meisten Leser wissen, wie die Spielregeln bei Firmen im Gegensatz zu Privatgesprächen sind. Sei nachvollziehbar, sei ehrlich im Dir erlaubten Rahmen, sei Du Firma!

Auf der anderen Seite ist die Blogosphäre kann statisches Gebilde! Sie entwickelt sich weiter – und es lohnt, sich einzumischen :-)

Ich nehme zwei scheinbar unvereinbare Grundtendenzen war:

Firmen-Blog – Nein Danke! :-( und Firmen-Blog – Ja, Aber!:-)

Allen Corporate-Bloggern, die gerade die ersten Schritte machen, und allen, die mit dem Gedanken spielen, empfehle ich:

  • Nehmt das -Aber!- ernst! Passt Euch an, ohne Euch zu verbiegen!
  • Macht deutlich, dass Ihr nicht auf Troll-Kommentare eingehen werden – ruhig auch mit einem Plonk – und bleibt dieser Linie treu!

… je mehr gute (- gut im Sinne von echtem Dialog -) und erfolgreiche Corporate-Blogs entstehen, desto größer wird die „Firmen-Blog – Ja, Aber“-Fraktion :-) ))

Auf der anderen Seite frage ich mich auch, was passiert mittelfristig – bis langfristig – mit den Unternehmen, die sich dem direkten Dialog mit ihren Kunden verschließen??? Mit Sicherheit verschenken sie wertvolles Potenzial, weil sie eine bestimmte – und m.E. wachsende – Kundengruppe vor den Kopf stoßen …

Kommunikation mit offenem Visier

Wieviel Offenheit im WWW kann / darf / muss ich mir leisten? Diese Frage wird auch gerade wieder bei Martin Röll sehr kontrovers diskutiert:

„Die meisten Privacy-Ängste sind unbegründet“, oder doch nicht?, die Diskussion ist spannend.

Nun sieht sich Djure Meinen Im Fadenkreuz. Unbekannte sehen sein Profil bei openBC ein, verweigern aber gleichzeitig die Kontaktaufnahme via interner Mail. Er fordert nun, dass seine „Kommunikationspartner“ dieselbe Offenheit an den Tag legen:

Und wenn dieser Jemand mir nun die Chance geben würde, dass ich meinerseits etwas über ihn in Erfahrung bringen könnte. Geht aber nicht. Denn dieser Jemand hat den Einblick in sein Profil weitegehend gesperrt. Und – und das ist wirklich ärgerlich – das Empfangen von Mails via openbc verweigert er auch. [..]

Es gibt ein paar Zeitgenossen, die ihr Profil so einstellen, dass es nur ihnen selbst nützt. Wollen wir die wirklich unter uns?

Kommunikation ist keine Einbahnstraße! Kommunikation ist Dialog, d.h. ich gebe etwas von mir preis und erwarte eine Antwort, das sog. Feedback.

Den Zusammenhang zwischen Offenheit und Feedback verdeutlicht das Johari-Fenster sehr anschaulich:

johari

Ursprünglich entwickelt um bewusste und unbewusste Verhaltensmuster darzustellen, lässt sich das Johari-Fenster auch sehr gut zur Beschreibung der „veröffentlichen Person“ im WWW verwenden.

Arena – das gemeinsame Potenzial:

Das ist meine öffentliche Person. Informationen, die für jeden frei zugänglich sind. Informationen – von mir eingestellt, oder von anderen über mich veröffentlicht.

Blinder Fleck – das bin ich doch nicht, oder doch?:

Wie sehen mich die anderen? Welche Gewohnheiten – und auch Vorurteile – sind mir so „in Fleisch und Blut“ übergegangen, dass ich diese selbst nicht mehr wahrnehme?

Übertragen auf dass WWW heißt das, wie werden Äußerungen von mir – bzw. über mich – interpretiert. Welche Informationen findet Google, die mir nicht (mehr) bekannt sind?

Fassade: mein großes Geheimnis:

Der Schutz der Privatsphäre ist ein hohes Gut! Nicht umsonst gibt es Datenschutzbestimmungen. Jeder muss selbst entscheiden können, welche privaten Informationen er veröffentlicht sehen will und welche nicht. Wichtig ist m.E. dabei immer, dass berufliche und private Aspekte sauber getrennt werden. Siehe auch: Privacy – what’s that?

Via Internet bzw. speziell auch openBC – können und sollen neue Kontakte geknüpft werden. Private Informationen können dann aber via Mail oder PN (in openBC) ausgetauscht werden.

Nicht Bewusstes – das verschenkte Potenzial, das keiner kennt:

In diesem Bereich „verstecken“ sich unerkannte Talente und (noch) nicht entdeckte Begabungen.

Voraussetzung für eine gute Kommunikation ist, den Bereich der Arena zu vergrößern. Das erreiche ich durch Offenheit, d.h. ich entferne Teile meiner Maske. Feedback hilft mir zu erkennen, wie ich von anderen gesehen werde.

Jeder, der im WWW unterwegs ist, hinterlässt Spuren. Seien Sie sich bewusst, dass auch viele „anonyme“ Äußerungen zurückverfolgt werden können. Lesen Sie auch: Weblog-Monitoring mit offenem Visier?

Mein Tipp: Veröffentlichen Sie alles das – und nur das, was Sie jederzeit und in dieser Form auch jedem fremden Menschen erzählen würden, den Sie zufällig in der U-Bahn treffen. Nutzen Sie die angebotenen Plattformen im WWW – seien es die verschiedenen Weblogs oder auch Angebote wie openBC – für einen direkten Dialog mit „offenem Visier“, d.h. schreiben Sie unter Ihrem guten Namen.

Update

Rechnen Sie auch immer damit, dass Ihre Kommentare, die Sie in öffentlichen Foren hinterlassen, auf anderen Web-Seiten zitiert werden!!! Siehe hierzu z.B. bei Blogging Tom: Zitieren aus öffentlichen Foren.