Hängt sie höher – die Überbringer schlechter Nachrichten!

sueddeutsche.de titelt wie folgt:

Gefangen im Netz

Ob Produkt-Fehler oder Kommunikations-Fauxpas: Schlechte Nachrichten verbreiten sich im Internet so schnell, dass sie für Unternehmen zur Bedrohung werden können.

Diesen Aufmacher müssen wir uns jetzt einmal auf der Zunge zergehen lassen:

… ein Produkt ist fehlerhaft, ein Unternehmen leistet sich einen „Kommunikations-Fauxpas“ – das sollte nicht vorkommen, kann aber passieren … alles bis hierhin i.d.R. noch kein Problem …

… diese Informationen werden – auch zum Schutz anderer Verbraucher – durch Blogger weitergegeben; sehr schnell – dem Internet sei Dank …

… und nun??? die Schuldigen der aufkommenden (PR-)Krise sind schnell ausgemacht: es sind … die schlechten Nachrichten selbst, die zur Bedrohung werden. Also: hängt die Überbringer der schlechten Nachrichten!!!

Auch Klaus-Peter Johanssen – selbst krisenerfahren in Sachen Don Alphonso vs. Johanssen und Kretschmer [Krisen-Updates gibt es hier und hier] – hat ein Patent-Rezept:

„Das beste Mittel gegen eine Krise ist Prävention“, sagt Klaus-Peter Johanssen, der Unternehmen in Sachen Krisenkommunikation berät. Er nennt als Beispiel Presseinformationen, die bereits vorformuliert werden und im Ernstfall nur noch ergänzt werden müssen. Auch ganze Internetseiten können schon im Vorfeld erarbeitet werden. Wie eine Studie seiner Agentur zeigt, vernachlässigen Unternehmen aber die interaktiven Möglichkeiten des Netzes. Diskussionsforen bietet nicht einmal jedes Vierte an.

Wie wäre es denn ganz einfach mit der Wahrheit?:

Es sind offenbar immer wieder dieselben Fehler, die Unternehmen bei der Krisenkommunikation im Internet machen. „Es wird versucht, zu leugnen so lange es geht. Aber Lügen haben im Internet kurze Beine“, sagt Roselieb. Denn die Wahrheit ist womöglich nur einen Link weit entfernt. Außerdem würden Unternehmen vergessen, dass im Internet rund um die Uhr kommuniziert wird und dass ihre Sicht der Dinge unmittelbar kommentiert werden kann.

Ist das sooooo…. schwer?????

via BasicThinking, social software, Meinungsmacherblog

das Manager-Magazin und sein Unternehmerblog

Nein. Ein Weblog ist das hier definitiv nicht!, aber vielleicht dennoch ein Schritt in die richtige Richtung.

Ich habe schon hier darauf hingewiesen, dass ein Paradigmenwechsel bezogen auf den „Weblog-Charakter“ stattfinden wird.

Begrüßenswert ist, dass das Manager-Magazin mit einem Forum gezielt auch Unternehmer anspricht, eigene Beiträge zu einer vorgegebenen Fragestellung zu schreiben.

Wir dürfen jetzt nicht sofort – was leider in D oft passiert – die Mängel suchen, und jetzt schon erklären, warum das so nicht funktionieren kann …

… als Optimist sehe ich hier zuerst die Chance: es kann sich ein offener Dialog entwickeln, vorausgesetzt, die Moderatoren lassen ausreichende Freiräume und regen auch mit weiterführenden Fragen zu einer Diskussion an.

Wichtig ist, dass viele Personen – ganz vorsichtig – an diese Art des Dialoges herangeführt werden und – ganz gefahrlos, also auch anonym – erste Erfahrungen mit dem „neuen“ Medium machen können. So werden nach und nach vorhandene Berührungsängste abgebaut. Das geht nicht von heute auf morgen.

Allerdings bin ich der festen Überzeugung, dass die Entwicklung in Richtung „offener Web-Kommunikation“ nicht mehr aufzuhalten bzw. umzukehren ist.

via Blogdiplomatie
weiterer Artikel bei Site 9 Weblog

Wenn der CEO bloggt

… lügt er dann?

Woran erkenne ich den authentischen Blogger?

Dr. Hermann Iding beschreibt das Dilemma bloggender Unternehmensvertreter.

Blogs sind ehrlich, authentisch, ungeschminkt, echt. Blogger sprechen die Sprache der Straße [..]

Was passiert also nun, wenn die Person an der Spitze bloggt? Das Medium des Blogs strahlt auf die Person ab: dem bloggenden CEO wird Authentizität unterstellt, quasi automatisch attestiert durch das Medium. Das kollidiert komplett mit den Anforderungen der Organisation an ihren bloggenden CEO. Hier kommen wir nun zur Naivität: entweder der CEO bloggt fröhlich vor sich hin, dann gibt es ein Problem mit der Organisation, die ihn schnellstmöglich versuchen wird, wieder einzufangen. Oder der CEO bloggt gemäß Organisationsauftrag – dann wird er vielleicht Aufmerksamkeit erzielen, aber eben nur begrenzt: denn die wirklich interessanten Dinge kann er nicht sagen.

Per Definition handelt eine authentische Person frei von externen Einflüssen wie Gruppenzwang oder Manipulation (siehe auch: Wikipedia:Authentizität).

Will nicht (fast) jeder mit (s)einer Meinungsäußerung Einfluss nehmen auf das Verhalten oder Erleben von Einzelnen oder Gruppen? Auch das ist Manipulation. Ist es mit dieser Definition vor Augen nicht vielmehr naiv, jedem Blogger „per Definition“ Authentizität zu unterstellen?

Der bloggende Unternehmensvertreter kommt für mich dann authentisch, d.h, als echt rüber, wenn er offen darlegt, wen er vertritt und deutlich macht, warum er das eine sagt und das andere nicht sagen darf; seine Sprache (besser: Schreibe) muss natürlich sein, d.h. zu seiner Person und zu seiner Rolle passen! Auch der in der Blog-Szene bekannte Anwalt verät keine Mandanten-Geheimnisse und wird dennoch als „authentisch“ wahrgenommen.

Vorausgesetzt der bloggende Manager oder Unternehmenssprecher ist eine starke und authentische Persönlichkeit, dann wird er auch im Weblog als authentisch und echt wahrgenommen und das steht in keinem Widerspruch zu den Interessen des Unternehmens.

Ich will nicht verhehlen, dass der bloggende Manager, der „authentisch“ und entsprechend den Unternehmensrichtlinien bloggt, dennoch – und gerade wegen der Bloggerei – in Konflikt mit anderen (wichtigen) Personen des Unternehmens kommen kann; aber das ist in meinen Augen ein ganz anderes Thema!

Mediator – Blog

Das Wachstum der Weblogs ist nach wie vor ungebremst und schon wird von verschiedenen Seiten lautstark nach Blog-Monitoring gerufen.

Sind Weblogs nun die neuen Meinungsmacher oder wird ihre Bedeutung maßlos überschätzt?

Eine PR-Agentur will mit eben diesem Blog-Monitoring (siehe Monatsthema April 2006) „auf den Zug der Zeit“ aufspringen und schafft sich den eigenen PR-GAU, der hier begonnen hat und hier leider noch nicht zu Ende ist.

Eigentlich völlig unnötig … Warum ist Dialog so schwierig?

… es fehlt nicht an gutgemeinten Tipps für den Dialog und den Umgang mit Bloggern – z.B. hier und hier.

Patrick Breitenbach bereichert Klein-Bloggersdorf um ein Mediator-BlogBlog Diplomatie:

Als ständige Vertretung haben wir es uns zur Aufgabe gemacht, die Blogosphäre zu beobachten, Krisen aufzuzeigen und potentielle Stärken von Weblogs aufzuführen.

Eine große Aufgabe … viel Erfolg!!!

via reine Formsache
weiterer Beitrag bei BasicThinking

Verschärfte Haftung für Forenbetreiber

Update 14. Juni 2006:

weitere Entwarnung für Forenbetreiber:

„Dem Betreiber eines Meinungsforums obliegen keine allgemeinen Überwachungs- oder Forschungspflichten dahingehend, ob rechtswidrige Inhalte überhaupt vorhanden sind. Die Verpflichtung des Forumsbetreibers, Beiträge rechtsverletzender Art unverzüglich zu löschen, entsteht erst mit der Kenntnisnahme von diesen Äußerungen.“

Quelle: netlaw.de

mehr dazu im law blog: Urteil: Forenbetreiber haften nicht für Kommentare

Update 8. Mai 2006:

Das Oberlandesgericht (OLG) Düsseldorf hat in einem Urteil (Az. 1-15 U 180/05) die so genannte Störerhaftung für Betreiber von Meinungsforen teilweise außer Kraft gesetzt.

heise online: Forenbetreiber haftet nur für anonyme Postings mit.

via law blog

— soweit das Update —

Nach mehr als vier Monaten hat das Landgericht Hamburg die schriftliche Begründung seines viel beachteten Urteils zur Forenhaftung (Az. 324 O 721/05) vom 2. Dezember 2005 vorgelegt. Demnach handelt es sich bei Webforen um eine „besonders gefährliche Einrichtung“. Derjenige, der eine solche Gefahrenquelle betreibe, sei einer verschärften Haftung unterworfen.

Quelle: heise online

Der Heise Verlag werde gegen das Urteil Rechtsmittel einlegen. „Eine Vorabkontrolle von Nutzerbeiträgen würde das Ende der gewachsenen Forenkultur in Deutschland bedeuten“.

Die schriftliche Urteilsbegründung lesen Sie hier.

UPS Europe Business Monitor: Blog Trends

Der UPS Europe Business Monitor zu „Geschäftspraktiken und Strategien“ ist zum 15. Mal erschienen.

Befragt wurden Top-Manager der umsatzstärksten Unternehmen in Belgien, Frankreich, Deutschland, Italien, Niederlande, Spanien und Großbritannien.

Hinweise zur Befragung

Hinweise zur Befragung

zum Vergrößern klicken

Blogs sind nicht bekannt sagen in …

  • Deutschland: 57%
  • Niederlande: 56%
  • Belgien: 48%
  • Spanien: 37%
  • Italien: 32%
  • Großbritannien: 31%
  • Frankreich: 16%

Auffällig ist der Trend bei der Frage nach den wichtigsten Informationsquellen (alle Befragten):

  1999 2005 Veränderung
Zeitungen 58% 49% -9%
Wochenzeitschriften 17% 9% -8%
Online-Quellen
(einschließlich Blogs)
11% 25% +14%

Verschlafen Deutschland’s Manager hier eine wichtige Entwicklung?

Weitere Weblogs, die sich mit dem UPS Europe Business Monitor beschäftigen:

Business Blogging: Jeder zweite Entscheider kennt keine Blogs
Manager nach Blogs befragt: UPS Monitor
Reputation Watch: Blogging in Europe

Rolle der Weblogs in der Mediengesellschaft

„Irgendwas läuft gerade mächtig falsch in Klein-Bloggersdorf“, resümiert Jörg-Olaf Schäfers in medienrauschen.

In den letzten Tagen hatte ich keine Zeit, weiter zu diesem Fall zu recherchieren und Neues beizutragen.

Wie ich dann der Chronik eines PR-Desasters entnommen habe, war das Kind schon in den Brunnen gefallen …

… und nun doch noch ein erfreulicher Abschluss. Puh … das sollte allen Beteiligten eine Lehre sein!

Umso wichtiger wird jetzt auch die Diskussion um die Rolle der Blogosphäre als ganzes: Blog & Rudelbildung ist ein Stichwort.

Die Rolle, die die Blogger in unserer modernen Mediengesellschaft spielen, wird auch innerhalb der Blogosphäre intensiv diskutiert, z.B. heute beim Spreeblick.

Wie verändern Weblogs den Journalismus?

Thomas Knüwer vom Handelsblatt bringt hier eine interessante Variante ins Spiel – den „Werkstatt-Journalismus“ :

[..] Aus diesem Grund veröffentlichen Journalisten, die sich gewissen Standesgrundsätzen (nein, kein Kodex) verpflichtet sehen, erst dann ihre Geschichten, wenn sie diese für ausreichend fundiert halten.

Weblogs (und natürlich Internet-Seiten insgesamt) aber haben die Möglichkeiten, Artikel immer wieder zu verändern und zu ergänzen. Deshalb ermöglichen sie eine Art Werkstatt-Journalismus, [..]

[..] Eine Zeitungsredaktion muss mit einer begrenzten Menge Leute einen möglichst vollständigen Überblick über die Nachrichtenlage auf einem limitierten Raum zu einem bestimmten Zeitpunkt liefern.

Weblogs recherchieren mit einer unbegrenzten Personenmenge ohne den Anspruch auf Vollständigkeit der Nachrichten zu haben. [..]

[..] Und deshalb ist es legitim auch Geschichten zu schreiben, die vielleicht nur halbgar sind. Die Bereitschaft, zurückzuziehen, zu korrigieren, sich zu entschuldigen und den Kotau zu machen – die muss allerdings vorhanden sein.

Abgesehen davon, ob es legitim ist „halbgare Geschichten“ zu schreiben, oben beschriebener „Werkstatt-Journalismus“ ist m.E. heute schon die Realität, und diese Entwicklung lässt sich auch nicht mehr umkehren. M.E. sind Weblogs kein vorübergehender Spuk, sondern ein wesentlicher Faktor in unseren Meinungsbildungsprozessen.

Wie sollten Unternehmen mit der Blogosphäre umgehen?

Robert Basic bietet einen Blog-Beratungsschein, aber im Ernst: Angriff ist oft die beste Verteidigung.

Meine Empfehlung: Wenn Sie sich von Bloggern angegriffen, oder sich zu Unrecht diffamiert fühlen, schreiben Sie einen Kommentar zu dem Beitrag, und stellen Sie Ihre Sicht der Dinge dar.

Schreiben Sie unter Ihrem richtigen Namen, und hinterlassen Sie eine E-Mail-Adresse, so dass der Blogger Sie kontaktieren kann.

Sollte das nicht fruchten, nutzen Sie selbst die „Blog-Trommeln“ und erstellen ein eigenes „Krisen-PR-Weblog“, beschreiben Sie Ihre Position, und verlinken Sie mit dem „Kritiker“ und auch mit anderen. Wenn Sie gute Argumente haben, dann werden diese auch gehört.

Die Chance aus der PR-Krise:

Ich wünsche mir, dass – nicht zuletzt nach „euroweb“ und „transparency“ – der Abmahnwahn gegen Blogger ein Ende hat, und stattdessen ein direkter Dialog zwischen Beteiligten und Betroffenen stattfindet.

Weblogs bieten das Potenzial für vielfältige Dialoge und „der Wert eines Dialogs hängt vor allem von der Vielfalt der konkurrierenden Meinungen ab“, Karl Raimund Popper.

Transparency – das glaube ich nicht

Eine Bloggerin hat nach Aufforderung einen ihrer Beiträge gelöscht. Ich habe hier berichtet.

Inwieweit diese Aufforderung berechtigt war oder im Ton unangemessen oder … darüber lässt sich trefflich streiten, sachlich und in aller Ruhe.

Aber noch mehr Öl ins Feuer gießen … das muss doch nicht sein …

… so dachte ich und hatte diesen „Fall“ für mich schon abgeschlossen, bis ich diesen Artikel beim PR Blogger gelesen habe.

Moni bekommt noch mehr Post vom Justiziar, und „der Blog kocht“ – und das völlig zu Recht!!!!

Darf ein Justiziar und Ethikbeauftragter einer Organisation, die die Werte „Transparenz, Verantwortlichkeit, Integrität, Solidarität, Zivilcourage, Gerechtigkeit, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit“ im eigenen Verhaltenskodex hat, so mit einer Bloggerin umgehen???

Egal, welche Motive man der Bloggerin auch immer unterstellen will, hier bekomme ich den Eindruck, dass Transparency International – eine Organisation, deren Ziele und Werte nicht hoch genug eingeschätzt werden können – einen offenen Dialog scheut …- warum eigentlich??? -… und, wie viele andere auch, lieber zu juristischen Mitteln greift. Passt das zu dem Verhaltenskodex???

Update

Moni lässt sich nicht einschüchtern und RA Udo Vetter greift ein. Ich bitte alle Leser, Moni im Falle einer gerichtlichen Auseinandersetzung zu unterstützen. Lesen Sie: Moni sagt Danke …

Update 2

Für alle, die sich umfassend informieren wollen, hat Robert Basic hier eine ausführliche Chronologie der bisherigen Ereignisse verfasst. Danke Robert!

Transparency heisst Offenheit

Droht Transparency Deutschland mit der Abmahn-Keule???

Nach den letzten Vorgängen um „euroweb“, fällt es mir sehr schwer zu glauben, was heute in Klein-Bloggersdorf die Runde macht und bei Basic Thinking, dem Werbeblogger, im Lummaland und anderswo zu lesen ist.

Was bringt die Blogosphäre so in Aufruhr?

Eine E-Mail macht die Runde, und die Echtheit wird von niemandem in Frage gestellt. Btw.: eine E-Mail kann heute jeder schreiben und einen Absender zu fälschen, ist auch nicht schwer.

Ich frage mich: wer ist dieser Justiziar?, wer von Transparency Deutschland hat ihn beauftragt und damit das Schreiben autorisiert? Hat jemand diesbzgl. recherchiert?

Das ist die Geschichte:

Eine Bloggerin schreibt über eine Freundin, Mutter eines dreieinhalbjährigen Sohnes, die zum Ende der Probezeit ihren Job bei Transparency Deutschland verloren hat. Das ist ein schlimmes persönliches Schicksal …

… und nun …

… die Bloggerin wird per E-Mail ultimativ und unter Strafandrohung zur Löschung des Beitrages aufgefordert: (Hervorhebungen von mir)

[..]

Ich erspare es mir zunächst, auf Einzelheiten einzugehen, sondern gebe Ihnen Gelegenheit, den Text unverzüglich, spätestens bis zum 26.03.2006, 24.00 Uhr aus dem Netz zu nehmen.

Sollte das nicht erfolgen, kündige ich Ihnen schon jetzt eine strafbewehrte Unterlassungserklärung und ggf. eine einstweilige Verfügung an. Ich gehe davon aus, dass Sie sich über die rechtlichen, aber auch finanziellen Konsequenzen, die sich daraus für Sie ergeben werden, klar sind.

Diese Frist ist m.E. unangemessen kurz, und es ist Wochenende. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.

Schwingt hier jemand die Abmahn-Keule? Das entspräche nicht meiner Vorstellung von transparency!

Unabhängig von diesem Fall gilt: Weblogs laden nicht zuletzt aufgrund ihrer Kommentar-Funktion zu einer offenen (=transparenten) Diskussion ein, jeder kann seine Sicht der Dinge darstellen oder auch die Blogger direkt ansprechen …

… muss das aber unter Androhung einer kostenpflichtigen Abmahnung geschehen???

Meinungsfreiheit ist ein hohes Gut! Für eine Abmahnung müssen gute und nachvollziehbare Gründe vorliegen – Abmahnungen dürfen m.E. niemals ein Druckmittel sein, um unliebsame Kritiker „mundtot“ zu machen!

Update:

Das ist eine sehr gute Aktion von Anmut und Demut:

P.S.: Ich habe eine Email mit gleichem Inhalt auch an office@transparency.de und die deutsche Geschäftsführerin dschroeder@transparency.de geschickt und bitte den einen oder anderen Leser, das auch zu tun, wenn er über den Fall ähnlich denkt und fühlt, um zu zeigen, dass Partizipation in der Zivilgesellschaft auch ohne Anwälte und Androhungen funktioniert.

euroweb-Pandemie – um was geht es?

Wird „mit Euroweb nur eine Sau durch Klein-Bloggersdorf getrieben?“, wie Mattlog zu Recht fragt, oder findet diese Diskussion auch den Weg in die Printmedien?

Technorati-Zahlen sind das Eine, die Aufmerksamkeit der „breiten“ Öffentlichkeit das Andere, und Klein-Bloggersdorf ist keine autonome Insel sondern Teil unserer Gesellschaft.

Der Netzgärtner weist hier noch auf weitere „Maulkörbe“ hin und schreibt:

Während die einen bäuerlich derb meinen, daß „die Sau durch durch die Blogosphäre getrieben wird“, knöpft sich ein süddeutscher Pressedienst fast unbemerkt einen der ganz kleinen User vor und versucht ihn über den Thresen – oder genauer – über den Richtertisch zu ziehen.

Um was geht es aber wirklich?

Diese Frage wird jeder für sich anders beantworten! – es geht auch um die (Macht-)Interessen einzelner Gruppen … doch das ist nicht mein Thema.

Es geht um Kommunikation! – und Weblogs verändern die Art und Weise wie wir miteinander kommunizieren:

  • Weblogs sind einfach zu betreiben, und jeder kann seine Meinung jederzeit äußern. (ob das anderen passt, oder nicht)
  • Weblogs haben eine beliebig große Reichweite, in kürzester Zeit ist jede Meinungsäußerung weltweit abrufbar.
  • Weblogs haben ein „Gedächtnis“, jede Meinungsäußerung wird sofort an verschiedenen Orten der Welt gespeichert und kann auch Jahre später noch zitiert werden.

Am Beispiel „euroweb“ wird die neue Dynamik deutlich, die erst durch das Internet in dieser Form möglich wird:

  • 18. März: ein Blogger veröffentlicht die erhaltene Abmahnung
  • 19./20. März: die S… wird durch Klein-Bloggersdorf getrieben
  • 20. März: Firma bekommt einen Eintrag im Online-Lexikon Wikipedia (vermutlich anders als erwünscht)

Wir müssen lernen, mit dieser Dynamik umzugehen, d.h auch, dass „Aktualität“ neu definiert werden muss.

Mein Fazit aus der „euroweb-Pandemie“:

  • Weblogs müssen als ein wichtiger Bestandteil unserer Medienlandschaft anerkannt werden.
  • Unternehmen müssen lernen, ernsthaft mit Bloggern zu diskutieren.