Marketing mit der Abmahn-Keule

Nicht zuletzt nach dem lesenswerten Artikel BEDROHTE BLOGGER von RA Udo Vetter, rückt die derzeitige Abmahnwelle wieder in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit.

Der Werbeblogger beleuchtet die Problematik rein aus Marketing-Aspekten und empfiehlt:

Sie haben sich über einen Eintrag in einem Forum geärgert. Oder in einem Blog. Schauen Sie mal, da unten ist ein Kommentarfeld. Dort können Sie eingeben, wie Sie die Sache sehen. Beachten Sie bitte die Netiquette, und man wird Ihre Argumente durchaus anhören! Schreiben Sie unter Ihrem wirklichen Namen (oder nennen Sie Ihre Website), verstecken Sie sich nicht hinter einem lächerlichen Pseudonym, versuchen Sie nicht zu manipulieren, das fliegt sowieso auf. Geben Sie sich zu erkennen. Sagen Sie, wer Sie sind und was Sie wollen. Nicht von oben herab, sondern auf Augenhöhe.

Viele hausgemachte Probleme und Missverständnisse entstehen gar nicht erst, wenn wir wieder mehr miteinander und weniger übereinander reden. – und das sollte dann doch auch wieder ohne Anwalt möglich sein, oder?

weitere Artikel zum Thema:
Basic Thinking: Klagewut, Blogger und Firmen: Wie Katze und Hund
hirnrinde.de: Meinungsfreiheit: Grenzen und Chancen (Update)
Indiskretion Ehrensache: Das Messer an der Kehle

Update

Don Dahlmann schildert seine Erfahrungen mit Abmahnungen und Anwälten – Lesenswert!

Zugriffe: Blog-Statistik auswerten

Eigenen Angaben zufolge generiert Performancing bereits 24 Stunden nach dem Start seines Dienstes Statistiken für mehr als 2.500 Blogs.

Performancing Metrics: Erster Testtag, Robert Basic schildert seine ersten Eindrücke.

Gerade habe ich Performancing Metrics und StatCounter eingerichtet, und ich werde demnächst über meine Erfahrungen berichten.

RSS – Newsweek nutzt Feedburner

Nachdem Feedburner am 13. Dezember 2005 seine Vereinbarung mit Reuters bekannt gegeben hat, folgt jetzt die Bekanntgabe der Zusammenarbeit mit Newsweek.

… doch langsam: erst mal zwei Schritte zurück … Alles Wissenswerte zu RSS lesen Sie hier.

Aber wer oder was ist Feedburner?

Vereinfacht ausgedrückt sammelt Feedburner die verschiedenen Nachrichtenkanäle der Weblog– oder Podcast-Seiten und bereitet diese auf. Zusätzlich stellt Feedburner statistische Auswertungen bzgl. der Feed-Nutzung zur Verfügung.

… und nun fragen Sie vielleicht: was hat das Alles mit mir und meiner Internet-Kommunikation zu tun?

Lesegewohnheiten im Zusammenhang mit RSS-Feeds wurden bereits hier, hier und hier diskutiert …

… aber wie gehen wir mit der Nachrichten-Überflutung durch das Internet um? „Man is over-newsed, but under-informed“, Autor unbekannt.

Wer mehr als 100 Nachrichtenquellen im Blick behalten möchte – Online Magazine, Nachrichten-Ticker, Sites von Kunden, Partnern, Lieferanten, Wettbewerbern, usw. usw. – und dennoch nicht ständig vor dem Computer sitzen kann, weil er ja arbeiten muss, … ja der muss die Quadratur des Kreises schaffen.

RSS-Feeds helfen, den Überblick zu behalten. Und Statistiken -z.B. via Feedburner- zeigen die Verbreitung der eigenen Feeds.

Die neue Macht der Verbraucher

David Weinberger, Mitautor des „Cluetrain Manifesto“ im Interview mit Mario Sixtus über Blogging und seine Sicht der (zukünftigen) Internet-Kommunikation.

Mit dem Internet im Generellen und Blogs im Speziellen sind Märkte vernetzt, sie sind im Gespräch. Und auf einmal stellt sich heraus – vielleicht ein wenig überraschend – dass vernetzte Kunden mehr über Produkte wissen, als die Unternehmen selbst.

Unternehmen könnten ihre Märkte nicht länger kontrollieren, „indem sie nur ausgewählte Informationen veröffentlichen“, während gleichzeitig die vernetzten Märkte so groß sind, dass sich „dort stets Leute [finden], die erstaunliche Experten für etwas sind“.

via Die Dezentrale: Die Dezentrale goes Audio- and Videocasting: David Weinberger

Wie klappt es eigentlich mit

Trackback und Pingback?

Die große Stärke der Weblog-Kommunikation liegt m.E. gerade in der automatisierten Vernetzung der Beiträge und der Blogs untereinander.

Doch das scheint nicht immer zu funktionieren!?!

Gute Erfahrungen habe ich gemacht, wenn der von mir zitierte Beitrag in einem WordPress-Blog steht. Nach kurzer Zeit (-i.d.R. 15-25 Minuten-) erscheint ein kurzer Hinweis auf der anderen Seite. Ich muss keine Links in irgendwelche Felder eintragen o.ä.m., einzige Voraussetzung „Versuche jedes verlinkte Weblog vom Beitrag zu benachrichtigen (verlangsamt das Veröffentlichen)“ muss aktiviert sein.

Trackbacks werden manchmal nach weniger als einer Stunde registriert, manchmal aber auch erst nach Tagen oder überhaupt nicht. Außerdem muss ich hier eine i.d.R. unhandliche URL eintragen.

Eine sehr gute Gegenüberstellung von „Trackback vs. Pingback“ hat Jeena Paradies verfasst.

Welche Erfahrungen haben Sie / habt Ihr mit Trackback, Auto-Trackback, Pingback und mit diesbzgl. Spam gemacht?

Update 13. Juni 2006:

Jörg Petermann – der einfach persönliche – greift das Thema noch einmal auf:
Höfliche Trackbacks – ungeschriebene Etikette

(dann will ich doch mal gleich einen „persönlichen“ Trackback setzen – danke Jörg, für die gute Erklärung :-) )

Kommunikations Eskalation

wenn eine Kommunikationskrise eskaliert …

 

… so wie Rosenkrieger kommunizieren Mitarbeiter der Bamberger GHP-Gruppe öffentlich und anonym.

Was ist geschehen?

Mitarbeiter fühlten sich von ihrem Arbeitgeber nicht richtig informiert und haben Ende letzten Jahres ein Weblog eingerichtet, um auf ihre Probleme aufmerksam zu machen.

Wer genau dahinter steht, lässt sich dem Profil nicht entnehmen.

Dieses Weblog wurde von der Geschäftsleitung entdeckt, und die Mitarbeiter erhielten Post vom Chef:

Ich möchte Sie bitten, solche Schmierenfinken nicht zu unterstützen. Der Blogger übernimmt nicht die Verantwortung für die Arbeitsplätze, die er gefährdet. Zudem hat der Weblog bisher noch keine Neuigkeiten gebracht, über die Sie nicht bereits informiert waren. Wenn Sie Zeitungsartikel lesen möchten, lesen Sie doch bitte die Zeitung und nicht die Zweitverwertung eines Arbeitsplatzvernichters. Sie als Mitarbeiter haben nichts davon, dass jemand den Ruf von GHP aufs Spiel setzt und das Vertrauen unserer Kunden und Finanzgeber gefährdet. Im Gegenteil!

Wie bei einem schlechten Ehe-Krieg, gibt es auch hier nur Verlierer!Ende offen ….

Hier können wir lernen, wie Krisen-Kommunikation nicht funktioniert!

Unabhängig von diesem Fall, werden jetzt wieder Kritiker der Weblogs auf den Plan gerufen. Doch es gibt sie -die Weblogs- nun einmal, und die PR-Mitarbeiter der Unternehmen müssen lernen, die Kommentare der Blogger nicht als „unqualifiziert“ zu verteufeln. Sie müssen die Kommunikationsbedürfnisse der Blogger ernst nehmen und ernsthaft mit ihnen diskutieren.

weitere Beitrage zu diesem Thema:

Basic Thinking: Blogs von (Ex-)Mitarbeitern einer vom Konkurs bedrohten Firma

Basic Thinking: Geschäftsleitung entdeckt anonymes Weblog eines Mitarbeiters

PR Blogger: Der Horror der Kommunikatoren – Mitarbeiter watchbloggen