JupiterResearch zu Corporate Blogging

Am 26. Juni veröffentlichte JupiterResearch eine Pressemitteilung, die auf großes Interesse in der Blogosphäre stieß.

Nach einer aktuellen Studie …

  • … planen 35% der großen Unternehmen den Start von Corporate-Weblogs in 2006
  • … nutzen fast 70% der großen Unternehmen bis Ende 2006 ein Corporate-Weblog

JupiterResearch, a leading authority on the impact of the Internet and emerging consumer technologies on business, reveals that 35 percent of large companies plan to institute corporate Weblogs this year. Combined with the existing deployed base of 34 percent, nearly 70 percent of all site operators will have implemented corporate blogs by the end of 2006.

Hmm … !?! … dann wird ja auch die folgende Liste schnell umfangreicher :-)

Global1000
Link: Global 1,000 Business Blogging

Nehmen Sie auch die Fortune 500 Business Blogging Wiki-Liste zum Vergleich: demnach nutzen 29 (=5,8%) der Fortune 500 ein Weblog – Stand vom 18.04.2006.

Gehen wir von dieser Basis aus, dann ist es noch ein weiter Weg bis zu den Jupiter-Zahlen … aber wie kommen diese Jupiter-Zahlen überhaupt zustande? Diese Frage stellt auch Fard Johnmar:

The problem with this report is that it is confusing. Is it true that we’ll start seeing corporate blogs pop out of the woodwork in 2006? We are currently six months into the year. Where are all of the corporate blogs?

Er sieht sich die Studie näher an und kommt zu folgendem Urteil:

I can’t say that purchasing the report for a cool $750 provided me with much more insight into how JupiterResearch conducted this survey or how it made its conclusions. I learned nothing from the report that I couldn’t have gleaned from the press release.

Sein Posting ist lesenswert :-)

Ach so, und darüber hinaus verspricht JupiterResearch noch, dass sich Blog-Berater eine goldene Nase verdienen können ;-) :

According to a new report, „Corporate Weblogs: Deployment, Promotion, and Measurement,“ currently 64 percent of executives spend less than $500,000 to deploy and manage corporate Weblogs.

… wir dürfen gespannt sein.

siehe auch:
Klaus Eck: Blog-Euphorie bei Jupiter
Olaf Nitz: Corporate Blogs als Buzz-Generator?
Ansgar Zerfaß: Business-Blogs: Investieren die Großen oder dominieren die KMU?

Alles Traffic oder Was: Die Top100 der wichtigsten Corporate Blogs?

PR Blogger Klaus Eck et al. präsentieren die Top 100 Business Blogs .

„Das Ranking präsentiert die meistgelesenen und damit wichtigsten deutschsprachigen Corporate Blogs.“

Hmm … die „wichtigsten deutschsprachigen Corporate Blogs“ … wichtig für wen oder was? und stimmt das in dieser allgemeinen Form?

Gradmesser ist die Blog-Suchmaschine Technorati. Technorati bewertet die Anzahl der ein- und ausgehenden Links der Weblogs.

Zum Thema „Verlinken“ habe ich mich u.a. schon hier und hier ausgelassen.

Links sind das A und O in der Blogosphäre. Links – auch Hyperlinks genannt – sind notwendig, um in den Weiten des WWW gefunden zu werden! Je höher der sog. PageRank, desto besser der Platz in der Google-Treffer-Liste.

Ja! – Aber? Links sorgen für Traffic – via Google z.B. – Aber entscheidet Traffic alleine über die Qualität bzw. den Einfluss eines Weblogs?

Mir sind 100 zufriedene Besucher, die häufig vorbei schauen, lieber als „1000 Visits“, die Google schickt, und von denen 990 die Nase rümpfen, weil sie doch nicht das gefunden haben, was sie suchen.

Bitte jetzt nicht falsch verstehen …

… Traffic ist wichtig! Aus den „1000 Visits“ akquiriert sich vielleicht ein treuer Leser – oder gar ein neuer Kunde!

… und die Leistung von Klaus Eck und Co. will ich keineswegs schmälern! Diese Liste ist ein guter Ansatz für alle, die sich näher mit dem Thema „Weblog für Unternehmen“ beschäftigen wollen :-) Danke an die Autoren!!!

Aber, von einem Ranking, das die Bedeutung eines Business Weblogs richtig einordnet, erwarte ich deutlich mehr, als nur die Wiederspiegelung des Technorati-Ranges.

Mich interessiert zusätzlich: welchen Anteil meiner potenziellen Kunden erreiche ich?, wieviele meiner Stammkunden kennen und nutzen mein Weblog?, wie oft kommen die Besucher wieder? usw. usw.

Für Unternehmen ist es wichtig, die Vorteile eines Weblogs mit denen der gemeinen Homepage zu verbinden. Keine leichte Aufgabe ;-) – und maßgebend sollten einzig und allein die Bedürfnisse der Besucher der jeweiligen Site sein.

Ein weiteres Kriterium für die Bewertung von Corporate Blogs könnte z.B. auch sein, inwieweit es einem Unternehmen gelingt, die Weblog-Technologie und die Weblog-Kommunikationskultur in seinen gesamten Web-Auftritt zu integrieren.

Über ein „Web-1.0-2.0-Zwitter“ schreibe ich auch hier .

Auch Robert – unser aller A-Blogger ;-) – hat sich so seine Gedanken gemacht …

via PR Blogger

Update 23. Juni 06

Ein Ziel der Ranking-Liste ist erreicht: sie sorgt für Aufmerksamkeit, Unruhe in der Blogosphäre, viele neue Links, und das führt sicher auch zu viel Traffic ;-)

Was passiert? Die Liste ist dynamisch – jawohl die Rangordnung verändert sich schneller als Technorati sein Ranking aktualisiert ;-)

Nun ja, das mit dem Ranking ist ja auch nicht so einfach, denn Technorati liefert zwei Zahlen! (- inwieweit diese zuverlässig ermittelt werden und immer aktuell sind lasse ich jetzt mal dahingestellt -)

Zum einen nennt Technorate die absolute Zahl der eingehenden Links und zum anderen die Anzahl der verschiedenen Webseiten, von denen diese Links ausgehen. Aus diesen Werten ergibt sich der „Rang“, wobei die Anzahl der Seiten offensichtlich stärker eingeht.

Diesem „Business-Ranking“ liegen scheinbar nur die absoluten Links zugrunde!?! (habe mich selbst nicht so intensiv damit befasst ;-) ))

Aber Frank Herold meint Man wird ja mal nachfragen dürfen…:

„Lieber Klaus Eck, erklärst du bitte nochmal die Spielregeln, so das auch eine angefressene, beleidigte Leberwurst, ein stoischer Erbsenzähler, wie ich es einer bin, sie kapiert?

Sollte es so sein, dass hier ausschliesslich die Anzahl der Links gezählt wird? In dem Fall legen wir uns doch einfach alle ein Linkblog zu und trackbacken gleich jeden neuen Blogeintrag 5 mal oder öfter…“

… solidarisch spendet er seine Links, und weil er dabei MiFoMM auch mit so schöner Beschreibung verlinkt hat, soll er natürlich auch viele, viele Backlinks erhalten :-)

wie sollen Unternehmen bloggen

Brauchen Firmen ein Weblog? – Nein! Firmen müssen mit ihren Kunden kommunizieren – effektiv und effizient!

Innerhalb der Blogosphäre wird heftig diskutiert, ob Unternehmem / Unternehmer bzw. Manager bloggen sollen, oder doch lieber nicht???

Robert führt mich gerade zu Neue Umfrage zu sog. “Marketing-Blogs”. Die Diskussion in den Kommentaren ist überaus lesenswert!!!!

Weblogs sind en vogue!?! Oder?

Und wie sieht das außerhalb der Blogosphäre aus? – Wieviel Prozent der gemeinen Internet-User kennen tatsächlich den Unterschied zwischen einem Content Management System und einem Webblog?

Die meisten Besucher werden sich zunächst – i.d.R. völlig unvoreingenommen – mit dem für sie ungewohnten Dialog-Angebot (Weblog) auseinandersetzen. Aufgrund der blog-typischen Verlinkung lernen sie weitere Bewohner von Klein-Bloggersdorf kennen – und evtl. schätzen! (- ich spreche hier aus eigener Erfahrung -)

Und die Firmen, die – aus welchem Grund auch immer – bloggen wollen? Sie treffen auf eine gewachsene Blogger-Kultur – es gibt ungeschriebene Gesetze.

Robert fordert Stay on Topic und fasst so zusammen:

Also: Was man aus dem One-to-Many Tool namens Blog macht, ist der Kreativität, der Zielvorstellung und dem Schreiber überlassen. Solange der nicht den Fehler begeht, auf Privatblog zu machen, kann man zwar immer noch Einiges falsch machen, aber sich zumindestens nicht von vornherein das Blog verbauen. Unterschätze nie den Leser, seine Bedürfnisse, biete ihm einen ausgesprochen guten Mehrwert und mach Dir wenig Kopf, dass Du den Schreibstil privat blubbernder Blogs nicht hinbekommst. Sobald Du klarmachst, was geboten wird und was der Vorteil für den Leser sein soll, musst Du Dir keine Sorgen machen: Ich erwarte ganz bestimmt nicht von Dir, dass Du mir verrätst, dass Dein Chef Dich zur Schnecke gemacht hat. Oder Du etwa kein Marketing machen möchtest, versuchs erst gar nicht zu kaschieren. Ist auch nicht so wild, da die meisten Leser wissen, wie die Spielregeln bei Firmen im Gegensatz zu Privatgesprächen sind. Sei nachvollziehbar, sei ehrlich im Dir erlaubten Rahmen, sei Du Firma!

Auf der anderen Seite ist die Blogosphäre kann statisches Gebilde! Sie entwickelt sich weiter – und es lohnt, sich einzumischen :-)

Ich nehme zwei scheinbar unvereinbare Grundtendenzen war:

Firmen-Blog – Nein Danke! :-( und Firmen-Blog – Ja, Aber!:-)

Allen Corporate-Bloggern, die gerade die ersten Schritte machen, und allen, die mit dem Gedanken spielen, empfehle ich:

  • Nehmt das -Aber!- ernst! Passt Euch an, ohne Euch zu verbiegen!
  • Macht deutlich, dass Ihr nicht auf Troll-Kommentare eingehen werden – ruhig auch mit einem Plonk – und bleibt dieser Linie treu!

… je mehr gute (- gut im Sinne von echtem Dialog -) und erfolgreiche Corporate-Blogs entstehen, desto größer wird die „Firmen-Blog – Ja, Aber“-Fraktion :-) ))

Auf der anderen Seite frage ich mich auch, was passiert mittelfristig – bis langfristig – mit den Unternehmen, die sich dem direkten Dialog mit ihren Kunden verschließen??? Mit Sicherheit verschenken sie wertvolles Potenzial, weil sie eine bestimmte – und m.E. wachsende – Kundengruppe vor den Kopf stoßen …

Die Macht der Wahrheit

Patrick Breitenbach (Blogdiplomatie) entdeckt die Wahrheit als Alleinstellungsmerkmal für Unternehmen:

In Zeiten der virtuellen Vernetzung wird das Lügen erheblich schwieriger, nahezu unmöglich. Daher sollte man lieber darauf verzichten und dem Begriff „Freier Markt“ endlich wieder eine entsprechend positivere Bedeutung zusprechen.

Lesen Sie hier den ganzen Artikel.

Kommunizieren, Aber Wie?

Sag mir wie und wo Du bloggst, und ich sage Dir, wer Du bist. – Nein! – So simpel ist die (Blogger-)Welt nicht gestrickt.

Dem „Phänomen“ Blogging kommt man nicht mit Hilfe von Standard-Umfragen zum Ankreuzen, wie dieser hier, auf die Spur.

Warum?, das bringt Martin Röll hier auf den Punkt:

Blogger sind nicht nur Blogger. Sagt mal, für wie trivial haltet Ihr uns eigentlich?

[..]

Weblog-Forschung darf den Kontext des Weblogs nicht vernachlässigen. So wie die Weblog-Linksbeziehungs-Analytiker gemerkt haben, dass Beziehungen zwischen Bloggern auch ohne Links bestehen können, so wie Weblog-im-Glaskasten-Beobachter gemerkt haben, dass Blogger nicht nur im eigenen Weblog bloggen, sondern z.B. auch anderswo kommentieren, so müssen sich die „ich befrage einen Weblog-Autor“-Forscher im Klaren darüber sein, dass sie nur einen Teil der Online-Kommunikation eines Nutzers betrachten.

Doch ganz langsam – und noch sehr verhalten – wird das Thema „Weblog“ nun auch „im Business“ diskutiert.

Dann wird ganz einfach von „Corporate Blogs“ gesprochen – hmm: wieder wird über einen Kamm geschert.

Wer braucht eigentlich schon Corporate Blogs? – Lesen Sie diesen sehr ausführlichen Artikel unbedingt bei Blogdiplomatie!!!

Meine Antwort auf diese Frage lautet schlicht und einfach: Niemand!

Sind Sie jetzt überrascht? Vielleicht erinnern Sie sich noch an folgenden Dialog aus einem Werbespot einer bekannten IT-Firma?:

A: Hier steht, wir müssen ins Internet!
B: Warum?
A: Das steht hier nicht!?!

Geschichte wiederholt sich …

… und Unternehmen müssen kummunizieren (und kooperieren); sie müssen ihre Kunden da abholen, wo diese sich gerade befinden!

Für manche können Weblogs ein Weg zum Kunden sein, in anderen Fällen reicht eine „herkömmliche“ Internet-Seite völig aus … oder eine Site, die mehr nach dem Vorbild eines Journals oder einer Zeitschrift realisiert wird.

Finden Sie heraus, mit wem Sie wie kommunizieren wollen und wählen Sie dann die dazu passenden Medien und Techniken!

Hierzu passt ein Zitat von Lewis Carroll aus Alice im Wunderland:

„Wohin soll ich von hier aus gehen?“
„Das hängt in beträchtlichem Maße davon ab, wo du ankommen willst.“.

das Manager-Magazin und sein Unternehmerblog

Nein. Ein Weblog ist das hier definitiv nicht!, aber vielleicht dennoch ein Schritt in die richtige Richtung.

Ich habe schon hier darauf hingewiesen, dass ein Paradigmenwechsel bezogen auf den „Weblog-Charakter“ stattfinden wird.

Begrüßenswert ist, dass das Manager-Magazin mit einem Forum gezielt auch Unternehmer anspricht, eigene Beiträge zu einer vorgegebenen Fragestellung zu schreiben.

Wir dürfen jetzt nicht sofort – was leider in D oft passiert – die Mängel suchen, und jetzt schon erklären, warum das so nicht funktionieren kann …

… als Optimist sehe ich hier zuerst die Chance: es kann sich ein offener Dialog entwickeln, vorausgesetzt, die Moderatoren lassen ausreichende Freiräume und regen auch mit weiterführenden Fragen zu einer Diskussion an.

Wichtig ist, dass viele Personen – ganz vorsichtig – an diese Art des Dialoges herangeführt werden und – ganz gefahrlos, also auch anonym – erste Erfahrungen mit dem „neuen“ Medium machen können. So werden nach und nach vorhandene Berührungsängste abgebaut. Das geht nicht von heute auf morgen.

Allerdings bin ich der festen Überzeugung, dass die Entwicklung in Richtung „offener Web-Kommunikation“ nicht mehr aufzuhalten bzw. umzukehren ist.

via Blogdiplomatie
weiterer Artikel bei Site 9 Weblog