Worüber sprechen wir, wenn wir ‚Social Media‘ sagen? – Eine ernstgemeinte Frage!

Solch einen kleinen Social-Media-Rant habe ich schon länger im Hinterkopf …

… und angeregt durch einen Artikel von Stefan Pfeiffer, @stefan63atibm, schreibe ich meine Gedanken endlich auch nieder:

Social Media ist für mich ein Schlag-mich-tot-Wort, unter dem sich jeder was anderes vorstellen kann, während die Auswirkungen auf unseren Alltag und unsere Arbeitswelt gravierend sind.

Keine Frage, das Internet – bzw. besser die Internet-Technologie – sorgt für gewaltige Umbrüche, die quer durch alle Branchen gehen, oder – um es mit Prof. Kruse zu sagen: „die Lawine rollt bereits zu Tal“. (zu Peter Kruse später mehr)

Aber führen wir nicht die falschen Debatten? Ich hoffe, mit diesem – teilweise sehr zugespitzten – Rundumschlag und den folgenden Fragen eine weiterführende Diskussion anzuregen.

Ist Social Media tot,  nicht wirklich, oder streichen wir das ‚Social‚ und lassen nur noch ‚Media‘ gelten?

Mirko Lange, @talkabout, versucht uns weiszumachen, dass ‚Social Media‘ gar keinen Dialog braucht … andere widersprechen … und viele wissen, wie man Social Media macht

Thilo Specht, @tspe, reflektiert darüber „Wie unreflektiert in der Berater-Community mit dem Begriff des Sozialen umgegangen wird“.

Thomas Knüwer, @tknuewer, will den Begriff ‚Social Media‘ beibehalten, als „Fachbegriff“, weil dieser etwas definiere – ja was eigentlich?  „Natürlich wird Social Media Alltag – doch wir werden den Begriff weiterhin brauchen, weil wir uns somit leichter über das Thema verständigen können.“ Aha!?!

Greift FAZ-Herausgeber Frank Schirrmacher mit seinem Buch Payback die Netzgemeinde an? Die Beißreflexe jedenfalls funktionieren hüben … Frank Schirrmachers “Payback”: Der erschöpfte Algorithmenstürmer und Schirrmacher ist Zaungast …  wie drüben … Der Vollweise oder Draußen im Netz hängt ein Guru … und vice versa … Volljournalismus. Wie die FAZ Peter Kruse erledigt

Alles das bringt uns nicht wirklich weiter.

Besser gefallen mir da schon die m.E. ausgewogeneren – aber sehr theorielastigen – Artikel zu „Prof. Silberzunge“ von Martin Lindner, @martinlindner, bei den Netzpiloten und auf seinem Buzz .

Was nun? Quo vadis Social Media? Ich meine es völlig ernst, wenn ich sage, „Ich verstehe Social Media nicht“! Das heißt aber nicht, dass ich das Veränderungspotenzial nicht sehe, im Gegenteil!

Ist es nicht endlich an der Zeit, dass wir – und hier fasse ich ausdrücklich auch an meine Nase – endlich aufhören, ständig „The Next Big Thing“ durch das sozial-mediale Dorf zu treiben oder uns in kleinlichen Debatten um „die beste Social Media Plattform“ verlieren?

Müssen wir nicht endlich zeigen, dass wir mit unseren Werkzeugen „echte Probleme“ lösen können, und müssen wir nicht „nach draußen“ gehen und den Nutzen anhand praktischer Beispiele verdeutlichen?

Wir brauchen m.E. dringend eine völlig unaufgeregte Debatte über die Chancen und Herausforderungen der – nicht mehr ganz so neuen – Internet-Technologie.

Netzbewohner und Skeptiker müssen aufeinander zu gehen und gemeinsam ihr Internet gestalten!

Rainer Helmes

Urteil: Verlinkung von Bildern unzulässig (Update)

Auf heise online gibt es jetzt eine Stellungnahme zu dem hier diskutierten Urteil:

In einem Punkt, dem der Verlag grundsätzliche Bedeutung beimisst, obsiegte der Münchner Anwalt allerdings im Berufungsverfahren (Az. 18 U 2067/07): Auch das Oberlandesgericht als Zweitinstanz hat dem Verlag untersagt, im satirischen Kontext auf eine Website zu verlinken, auf der sich unter anderem auch zwei Fotos des Anwalts befinden, und damit „einen Bezug zur anwaltlichen Tätigkeit des Beklagten herzustellen“. Die Bilder zeigen den Anwalt mit freiem Oberkörper oder im Kampfanzug beim Paintball-Spiel, das Gesicht ist jeweils durch einen schwarzen Balken unkenntlich gemacht. Durch das Setzen des Links habe der Verlag Bildnisse des Beklagten „öffentlich zu Schau gestellt“, ohne dass dieser „in die Veröffentlichung eingewilligt“ habe. Eine solche Einwilligung des Abgebildeten sei jedoch im vorliegenden Fall erforderlich.

aus: Urteil: Link zu Foto kann Persönlichkeitsrechte verletzen

Macht das Internet nicht kaputt.

Es geht um dieses Urteil. Es war und ist für mich als juristischen Laien irritierend – allerdings liegt die schriftliche Begründung auch noch nicht vor – also abwarten!

Dennoch bleibt mein persönlicher Eindruck, dass dieses Urteil eher verunsichert, als dass es für mehr Klarheit sorgt.

Unabhängig davon befürchte ich, dass eine weitere Regulierung der Verlinkungsmöglichkeiten u.a. auch zu mehr Abmahnungen und vielen weiteren gerichtlichen Auseinandersetzungen führen kann. (siehe auch Haftung für Hyperlinks)

Ich gehe davon aus, dass jeder, der seine Homepage o.ä. ins Netz stellt, auch will, dass diese gefunden und gelesen wird; andernfalls sollte er seine Seiten mit einem Kennwort schützen und nur einem bestimmten Personenkreis zugänglich machen.

Wo hört ein guter Link auf, und wo fängt ein schlechter Link an?

Free Links For All: M.E. sollte es zulässig sein, jede Seite zu verlinken, die 1. bereits offen im Netz steht und 2. keinen rechtswidrigen oder strafbaren Inhalt darstellt.

Macht das Internet nicht kaputt.

Rainer Helmes

Urteil: Verlinkung von Bildern unzulässig

Hyperlinks machen das Internet aus

– diese Links sind das „Salz in der WWW-Suppe“ (Münz/Nefzger).

Leider gibt es nicht nur Politiker, die dieses Internet nicht verstehen (wollen), sondern auch Richter.

Für Aufsehen sorgt nun ein neues Urteil des OLG München (Urteil vom 26. Juni 2007 AZ: 18 U 2067/07).

Nach diesem Urteil sind Verlinkungen auf beliebige Textseiten mit Bildern ohne Zustimmung des oder der Rechteinhaber der Bilder unzulässig.

So wie ich das verstehe, ist mit diesem Urteil quasi jede Verlinkung angreifbar. Also wenn ich jetzt noch ein x-beliebiges Bild (ich alleine bin der Rechteinhaber) hier einfüge, kann ich jeden abmahnen, der diese Seite verlinkt, oder? Habe ich das Urteil wirklich richtig verstanden??? … das darf es nicht sein …

Aus Protest ruft Frau Lanu zum Linkstreik auf – wäre schön, wenn’s was bringt :) )))

Rainer Helmes

Update 4. August 2007: Urteil: Verlinkung von Bildern unzulässig (Update)

zu dem Urteil siehe auch:
Boocompany – Abschalten! Jetzt! (Update)
gulli.com – Verlinkte Bilder laut OLG München ohne Einwilligung unzulässig
R-Archiv.de – Linkhaftung bei Bildern

Corporate Blogs – uninteressant für kleine und mittelständische Unternehmen?

Ich habe hier auf die aktuelle Studie „Elektronischer Geschäftsverkehr in Mittelstand und Handwerk – Ihre Erfahrungen und Wünsche 2007“ des Netzwerks Elektronischer Geschäftsverkehr hingewiesen.

Einen Punkt möchte ich herausgreifen:

Welche Bedeutung haben die verschiedenen Informations- und Beratungsangebote?

wgthGanz oben auf der Wichtigkeits- und und ziemlich weit oben auf der Zufriedenheitsskala stehen Websites mit Information und auf beiden Skalen ganz unten stehen Blogs – in der Studie irreführenderweise als „Webtagebücher“ bezeichnet.

Das überrascht mich – und überrascht mich auch wieder nicht.

Blogs sind zwar, wie es in der Studie heißt, „in aller Munde“, haben aber „im Business“ einen eher negativen Anstrich – Webtagebücher eben. Aber, wie lange haben die „normale Homepage“ und die E-Mail gebraucht, bis sie die heutige Bedeutung erlangt haben?

Wenn Sie sich selbst ein Bild machen wollen, dann …

… ist die Newcomer Business Blogserie genau das Richtige für Sie! Burkhard Schneider stellt in loser Folge Business Blogger und ihre Blogs vor. Eine Zwischenbilanz zieht er hier.

Meine Antwort auf die Eingangsfrage:

Corporate Blogs sind interessant für kleine und mittelständische Unternehmen!

Ich freue mich auf Ihre Meinungen, Anmerkungen usw. usw. in den Kommentaren und – wie immer – gerne auch per E-Mail :) )))
Rainer Helmes

Internet wird sicherer Kommunikationsraum – mit VPN!?

Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble auf der IT Sicherheitskonferenz „Innovation und Verantwortung“:

Wir werden einen sicheren Kommunikationsraum im Internet schaffen.

Das ist so löblich wie unmöglich!?! Nein! Halt! Das gibt es schon: Herr Schäuble, Sie müssen nur das offene (=böse?) Internet meiden! Nutzen Sie ausschließlich sichere und hermetisch abgeriegelte VPN’s. Die notwendige (Verschlüsselungs-) Technik ist verfügbar, und Sie wissen immer ganz genau, wer in diesem abgeschirmten Raum unterwegs ist :) )))

via heise online

Webjahr 2006

Web 2.0 – Internet fürs VolkDie Welt mit einem Jahresrückblick 2.0.

Wer mag, oder wer den zunehmenden sozialen Druck nicht aushält, der zeigt seine Fotos bei Flickr, seine Gedanken im eigenen Blog, seine Videos bei YouTube , seine Freunde bei MySpace, sein Wissen bei Wikipedia, seine Lieblings-Internetlinks bei del.icio.us, seine Erwerbsbiografie bei Xing oder bei LinkedIn, sein Alter Ego bei Second Life.

Ein Artikel mit ausgiebiger Verlinkung in die Tiefen des Web 2.0 :)

Das Netz zum Mitmachen

Social Commerce für Skeptiker – Sind die Nutzer überfordert? Jochen Krisch lässt zwei eCommerce-Spezialisten zu Wort kommen.

Wer keine Freunde hat, mietet sich welche – kein Witz!-oder doch? :):

Auf vielen Social Network Plattformen, die eigentlich hochgelobt für ihre „sozialen Interaktionen“ sind, beschränken sich die meisten Interaktionen darauf, sich selbst möglichst Attraktiv darzustellen und so den eigenen virtuellen Marktwert zu erhöhen.

[..]

Wer nun aber, auf die wenigen obigen Kriterien beschränkt, zu den Marktverlierern zählt (zu unattraktiv, zu wenig Freunde), kann sich bei Fake-your-space Freunde erkaufen, die das eigene Profil auf verschiedenen Social Network Plattformen aufwerten.

Das AAL-Prinzip – Andere Arbeiten Lassen – und Christian Stöcker schreibt:

Das Internet entwickelt sich zum Arbeitsmarkt für Mikrojobber und Minutenlöhner. Amateure stellen billigst ihre Arbeitskraft zur Verfügung – und kritzeln online zum Beispiel Schafe, für zwei Cent pro Stück. Im Netz wächst ein globales Proletariat heran.

Ein neuer Name für das Phänomen ist auch schnell gefunden: „Crowdsourcing“ …

und dieser Begriff trifft es vielleicht noch besser: Es geht um Outsourcing. Nicht an eine Firma sondern an die Masse, die Crowd der Netznutzer.

Wie das in der Praxis aussehen kann, demonstriert Amazon mit dem Web-Service „Mechanical Turk„:

Complete simple tasks that people do better than computers. And, get paid for it.

Das beste Beispiel für MTurk sind die 10.000 Schafe, die Aaron Knoblin für zwei US-Cent je Schaf zeichnen lässt. Knoblin beschreibt sein Experiment „The Sheep Market: Two Cents Worth“ in dieser Word-Datei (engl. via: The Sheep Market Thesis).