Getroffene Hunde

Nein, Blogs sind (noch) nicht Mainstream! – Und das ist vielleicht auch gut so!?

Dennoch: Blogs sind mehr als „Tagebücher einsamer Träumer“ :) – ich bin immer wieder überrascht, wieviele Unternehmer auch bereits „Kontakt“ mit Weblogs haben.

Ob da wohl jemand Angst vor einer bestimmten Entwicklung hat? – oder salopp ausgedrückt: Nur ein getroffener Hund heult! Anders kann ich diesen Beitrag nicht verstehen (via). Leseprobe:

60 Prozent der Blogs sind tot! Sicher: Die Blogosphäre ist wichtig und mag mittlerweile selbst in Deutschland eine kritische Masse erreicht haben, die ihr von Zeit zu Zeit eine öffentliche Relevanz verleiht. Noch ist Bloggen aber eine Subkultur wie Skateboarden. Die Blogosphäre ähnelt eher einem durch Trackback und RSS hochgradig vernetztem Dorf, das gerade durch die Vernetzung und der Zitat-Gegenzitat-Logik eine Illusion der eigenen Relevanz produziert. (tobias-moorstedt)

Öffentlichkeitsarbeit, PR-Krisen und Blog-Skandale

Aktive Blogger können eine Marke in weniger als einem Tag aufbauen oder vernichten (via)

Blogger sind vernetzt und die „Blog-Trommeln“ sind wichtige Informationsträger der Internet-Gemeinde. Dieses beweist nicht zuletzt die von Robert Basic aufbereitete Blog-Skandal-Liste. Die dort gen. PR-Krisen haben z.T. zu regelrechtem „Sautreiben“ in Kleinbloggersdorf geführt. Sogar das Wort von der Rudelbildung machte die Runde.

O.K. – so weit, so gut?! Jetzt werden Sie wahrscheinlich fragen: „wie hängt das eine mit dem anderen zusammen – sprich: die einleitende Schlagzeile mit den von Robert gen. Krisen? Und – noch wichtiger – was hat das mit mir und meinem Unternehmen zu tun?“

Kurze Antwort: wenig bis gar nichts, wenn Sie einen großen Bogen um das Internet machen und mit Weblogs, Bloggern und Co. nichts am Hut haben – ansonsten sehr viel. Da Sie hier mitlesen, dürfte der zweite Teil der Antwort für Sie zutreffen :) )))

Der Schlüssel: in jeder Krise liegt auch eine Chance! Nutzen Sie das Blogger-Netzwerk für Ihre positive Selbstdarstellung. Getreu dem Motto: Tue Gutes und rede darüber!

Das größte Problem, das viele Unternehmen und PR-Agenturen mit dem Internet i.Allg. und mit Bloggern im Besonderen haben, heißt „Angst vor Kontroll-Verlust“!

Am größten ist die Befürchtung, dass schon kleine Fehler oder Nachlässigkeiten sich blitzartig weltweit verbreiten und zu ungeahnten Schäden in den Unternehmen führen.

Und außerdem, wo kommen wir hin, wenn jeder einfach seine Meinung schreiben kann?

Was berechtigt eigentlich jeden Computerbesitzer, ungefragt seine Meinung abzusondern? Und die meisten Blogger sondern einfach nur ab.

Sehr schnell wird dann der Ruf nach Kontrolle laut!

Gefahr gehe auch von Internet-Foren aus, die nicht kontrollierbar seien…

Vergessen Sie das! Weblogs und Internet-Foren sind nicht kontrollierbar.

Hier hilft nur eins: radikal umdenken! Feedback akzeptieren, und sinnvolle Vorschläge ggf. umsetzen. Auf unberechtigte Kritik offen und direkt antworten.

Und hiermit schließe ich dann den Bogen zu dem Zitat am Anfang. Es heißt dort weiter:

Firmen sollen keine Beziehung zu ihnen (Anm.d.A.: den Bloggern)vortäuschen, oder sie werden einen Gegenschlag erleben. Um Blogger auf ihre Seite zu ziehen, sollten die Unternehmen das Vertrauen der Blogger erwerben, indem sie zunächst eine ehrliche und transparente Beziehung aufbauen. Sie sollten sie kennen lernen und ihnen die Instrumente zur Verbindung mit ihresgleichen und zur Verbreitung von Nachrichten geben.

Wer sagt denn, dass das einfach ist? Wenn Sie hier mitlesen, sind Sie aber schon auf einem guten Weg :) )))

Rainer Helmes

Erster Business-Blog-Karneval: Akquise für Selbständige

Blog-Karneval: Jubel, Trubel, Heiterkeit!?! Na klar!

Elke Fleing (selbst und ständig Weblog) initiiert den 1. Business-Blog-Karneval im deutschsprachigen Raum. Bei Robert habe ich erstmals von der tollen Idee gelesen . Netzwerke und Kooperationen (- nicht nur via Internet -) sind mein Thema und da habe ich mich natürlich über die Einladung zur Teilnahme sehr gefreut.

blog karneval web

[..] für Kleinunternehmer und Freiberufler, möchte ich einen Blog-Karneval starten.

THEMA: Akquise: Kunden und Aufträge finden und gewinnen. Wichtige und nützliche Tipps für FreiberuflerInnen, Einzel- oder KleinunternehmerInnnen.

Das klingt gut! Und die Resonanz zeigt, dass die Aktion sehr gut angenommen wird.

Was das genau ist – ein Blog-Karneval – beschreibt Elke auf ihrem Blog. Und auch Robert hat schon einiges dazu geschrieben .

Ich denke, die Zeit ist reif für dieses Experiment. Ganz zwanglos entsteht ein Experten-Netzwerk. Und die Leser der teilnehmenden Blogs erhalten nicht nur ein umfangreiches Wissens-Dossier zu dem ausgewählten Thema sondern lernen gleichzeitig viele neue Blogs kennen, in denen sie dann auch weiterführende Informationen zu angrenzenden Themen finden können.

Viele Blogger haben bereits ihre Teilnahme zugesagt, und damit ist dieses Projekt auch ein gutes Beispiel für eine „Rudelbildung“ im positiven Sinne. Vielleicht verhilft es auch dazu, dass viele neue Leser in die Blogosphäre eintauchen. Also weitersagen: es ist Karneval in Kleinbloggersdorf …

Blog-Vermarktung? – Blog-Beratung?

Weblogs sind in! Nach David Sifry verdoppelt sich die Anzahl der Weblogs alle 6 Monate. Die Blog-Suchmaschine Technorati verzeichnet z.Z. mehr als 50 Millionen Blogs weltweit.

technorati 060828

Screenshot aus: State of the Blogosphere, August 2006

Nun, wen wundert es dann wirklich, dass da bei dem einen oder anderen die $-€-$-€-Folge im Auge blinkt???

Ein Blog-Vermarkter fällt vom Himmel und mancher sog. Blog-Berater will den Unternehmen weiß machen, das Weblog sei heute die einzig richtige Kommunikationsform.

Aufgepasst! Das Weblog aufsetzen ist kinderleicht, aber dann … Blogs erzeugen keine Dialoge! … Gespräche führen die beteiligten Menschen … und die neigen manchmal zur Kollerkommunikation (mit und ohne Weblog).

Naja, „Blogfallen“ – und andere Dummheiten -, die gibt es wirklich wie Sand am Meer. Dieses Beispiel habe ich gerade gefunden: Alexander Greisle muss sich gegen Content-Klau wehren – „Mein Text in Ihrem Blog“ (hier: dentalblog.info) via Copyscape. Und wenn ich richtig zwischen den Zeilen lese, dann ist ein sog. Blog-Berater involviert!?!:

Da er sich das Blog hat einrichten lassen, stellt sich die Frage nach der Kompetenz so genannter Blog-Berater. Dazu sollte es auch gehören, die Kunden über die Gepflogenheiten der Szene in Kenntnis zu setzen. Sonst ist man kein Berater, sondern ein Technik-Fummler.

Aber woher nehmen, den richtigen Blog-Berater???

Don Alphonso hat heute die Topliste der deutschen Blog-Berater aufgestellt – eine Positiv-Liste, die in Kleinbloggersdorf auf große Zustimmung stößt: Weblog-Autoren mit langer Erfahrung und hoher Anerkennung in der Blogosphäre. [Link via Robert Basic]

Mein Tipp: Lesen Sie die Weblogs der gen. Autoren. Folgen Sie den Links, und Sie werden weitere interessante Blogs finden. Diskutieren Sie mit. Nur keine Angst – auch das Schwimmen lernen Sie erst richtig, wenn Sie ins Wasser gehen.

Update:

Eine Warnung an alle Blog-Berater und die, die es werden wollen: Der Weltherrscher beweist hier, dass niemand einen solchen braucht.

Hier lesen: Blogberater ein neuer Beruf ohne Zukunft – Recht hat er, der Weltherrscher!

Blog-Vermarkter fällt vom Himmel und … landet in Kleinbloggersdorf

Kalt-Akquise ist gefährlich, wenn man sich keine Gedanken um seine Ansprechpartner macht!

Das kann ganz böse ins Auge gehen … oder führt zu einem neuen Blog

Frank Huber wollte eigentlich nur mit „erfolgreichen A-Bloggern“ über seine Ideen zur Vermarktung von Weblogs sprechen.

Also schaute er in die deutschen Blogcharts und schrieb die „Top-10-Blogger“ per E-Mail an.

Nun, da E-Mails ja auch verloren gehen können, telefonierte er hinterher.

Eigentlich ein normales und auch in weiten Kreisen akzeptiertes Vorgehen, oder?

Da aber Blogger i.d.R. sofort über alles schreiben, nahm die Kollerkommunikation ihren Lauf … ix fragte, ob jemand diesen Dr. Frank Huber kenne, und Udo Vetter – bekannter Law Blogger – setzte noch einen drauf: Cold call vom Doktor.

Natürlich wurde der „übermotivierte Werbeflächenvermarkter“ jetzt – virtuell – auf weitere Blogs gezerrt und das Sautreiben die Diskussionen konnten beginnen. Schnell sind so mehr als 300 Kommentare zusammengekommen.

Als Reaktion setzt Frank Huber ein eigenes Blog auf. Er beschreibt Die Beinahe-Kollision mit der A-Klasse aus seiner Sicht. Schon wird vermutet, diese Aktion sei geplant, um so Traffic auf das eigene Blog zu holen. Das glaube ich nicht, denn dann wäre das Blog und die gesamte Aktion m.E. im Vorfeld besser vorbereitet worden.

Was ist hier falsch gelaufen?: Frank Huber schreibt „Top-10-Blogger“ an … hmm … ich greife jetzt mal ganz willkürlich ein paar bekannte Blogger heraus (- die Liste kann beliebig erweitert werden -), und ich frage (rhetorisch):

was haben Robert Basic, Klaus Eck, Rainer Meyer aka Don Alphonso, Martin Röll, Felix Schwenzel aka ix und Udo Vetter gemeinsam???, außer vielleicht, dass sie ein Weblog führen, und auch letzteres gilt ja schon nicht mehr, da ix nur noch ins Internet schreibt

Genau hier setzt meine Kritik an Frank Huber an:

  • er schreibt eine (Spam-?-)Mail an verschiedene Personen und will ein (sehr allgemeines) Konzept verkaufen, ohne sich zuvor mit den einzelnen Adressaten zu beschäftigen …
  • auch seinem – verfrühten??? – Fazit bzgl. Blogosphäre und Blogger in Blogito, ergo sum stimme ich nicht zu, und seine diesbzgl. Verallgemeinerung halte ich für unzulässig (siehe hierzu auch meine rhetorische Frage weiter oben). Hier hat Frank Huber m.E. sehr schlecht recherchiert; auch ich möchte nicht in eine Schublade gesteckt werden …

Allerdings hätte ich nichts zu dieser „Blog-Vermarktungs-Aktion“ geschrieben, wenn ich nicht in seinem weiteren Posting Ein Hauch von Venice Beach … in deutschen Landen einige interessante Ansätze gelesen hätte, die zumindest diskussionswürdig sind.

Frank Huber hat m.E. deutlich gezeigt, dass er mit Kritik umgehen kann und auch bereit ist, dazu zu lernen.

Seinen Ideen selbst stehe ich allerdings (-noch?-) eher skeptisch gegenüber. Mal sehen, was er noch so aus dem Hut zaubert. Dennoch:

Frank Huber, herzlich willkommen in Kleinbloggersdorf … viel Erfolg!!!

Können Unternehmen die Blogosphäre für ihr Marketing (miss-)brauchen?

Ich meine: Nein.

M.E. lässt sich die Blogosphäre weder miss- noch ge-brauchen (im Sinne von ausnutzen). Denn: die Blogosphäre, d.h die Blogger sind keine homogene Gruppe und Weblog ist nicht gleich Weblog! Je mehr Menschen ins Internet reinschreiben, desto mehr spiegelt sich auch unsere Gesellschaft mit all ihren Facetten in Kleinbloggersdorf wider.

Warum schreibe ich das?

Auslöser ist der Artikel von Martin Oetting: Virale Werbung: Blogs oder E-Mail? (Link gefunden bei Robert Basic)

Fakt ist, dass es nur sehr selten gelingt, solche viralen Effekte über Blogs zu erzielen. Sehr viel häufiger passiert Unternehmen und ihren Marken vielmehr das Gegenteil: sie geraten ins kritische Kreuzfeuer der Blogs, weil sie kommunikative (oder andere) Fehler machen und dadurch den Spott oder die Kritik der Blogger auf sich ziehen. Gerade in Deutschland geht es häufig darum, die Blogosphäre von der – aus Sicht vieler Blogger – „schädlichen“ kommerziellen und damit unglaubwürdigen Kommunikation freizuhalten. Diese Haltung (die ich hier überhaupt nicht bewerten will) macht es objektiv schwer, durchschlagende Effekte mit viraler Werbung über Blogs zu erreichen. Eine positive Reaktion der Blogosphäre kann man eher erzielen, wenn man sich in der Kommunikation öffnet. Wenn man sich also zu einem gewissen Grad die Transparenz und die Partizipation zutraut, die von Bloggern oft gefordert wird.

Martin Ötting

Ich wehre mich dagegen, als Blogger in eine Schublade gepresst zu werden!

Im Ergebnis stimme ich Martin Oetting zu. Allerdings werden mit der Frage „Blogs oder E-Mail?“ Äpfel mit Birnen verglichen. E-Mail ist ein anerkanntes, einfaches und effizientes Kommunikationsmittel (Werkzeug) und der Begriff „Blog“ – so verstehe ich das hier – wird genutzt im Sinne einer ethischen Grundhaltung einer bestimmten Personengruppe, d.h. „Blog“ meint hier Blogger als Anwender von Werkzeugen – nämlich der Verlinkungstechnik – und nicht das Werkzeug selbst.

Für Virales Marketing, d.h. für das Weitertragen bestimmter Informationen, spielt es wirklich keine Rolle, ob als Werkzeug der Übermittlung Buschtrommeln, Rauchzeichen, Telefon, E-Mail, Verlinkungstechniken, … – oder ganz was anderes – eingesetzt werden.

Don Alphonso verdeutlicht hier am Beispiel von Svens Wette, dass auch ohne die Verlinkung der Weblogs eine große Aufmerksamkeit (= Klickrate) erreicht werden kann.

Und auch das Ergebnis bzgl. der Bedeutung von E-Mail für Virales Marketing überrascht mich nicht. Ich habe vor kurzem ein Sideblog eingerichtet, um mal schnell interessante Fundstücke zu dokumentieren und auch auf diese Weise an Kollegen weiterzugeben. Da ich aber weiß, dass dieses Blog von meinen Kollegen und Geschäftspartnern (noch) nicht – bzw. nicht regelmäßig – gelesen wird, verschicke ich manche Links noch zusätzlich per Mail an ausgewählte Adressaten (bevor sich die E-Mail soweit durchgesetzt hat, waren es eben Fax-Mitteilungen). Höre ich jetzt jemanden delicious rufen? – Oje – das ist für viele noch weiter weg …

Heißt das jetzt, die PR-Profis der Unternehmen können sich zufrieden zurücklehnen und die Blogger gute Leute sein lassen?

Nein! – Ganz im Gegenteil! Weblogs und Onlineforen sind Seismographen für neue Trends und zeigen sehr früh den Wandel von Konsumgewohnheiten.

Und ich wage noch eine Prognose: In nicht mehr allzu ferner Zukunft wird die Vernetzung im Internet die Bedeutung von E-Mail als Nachrichtenträger für Virales Marketing bei weitem übersteigen. Das bedeutet für Unternehmen, sie müssen eine diesbzgl. Kommunikationsstrategie entwickeln!

Der Wahnsinn 2.0

Innerhalb sehr kurzer Zeit hat sich ein Hype 2.0 aufgebaut, der mich erschreckt!!!

Der Wahnsinn 2.0: In manchen Kreisen scheint es en vogue zu sein, alles – ob passend oder unpassend – mit 2.0 zu dekorieren. Mit dem Ergebnis, dass xyz 2.0 bereits jetzt mein Unwort des Jahres ist!

Mich erinnert das wieder an die Zeit, als jeder der „Internet“ schreiben konnte, der große King war. Jede Firma, die was auf sich hielt, musste ein „dotcom“ im Namen führen … dann kam der große Absturz.

Was ist heute? – kein halbes Jahrzehnt später: 2.0, 2.0, 2.0, …

Der letzte Schrei: PR 2.0 Essentials (PDF, 30 Seiten)

The 2.0 Reference Guide is a living document to help PR practitioners understand and navigate through the – sometimes scary often challenging but definitely exciting – PR 2.0 landscape.

Nein, bitte nicht!

Ja, viele Dienste – RSS, Blogging, Meme, Tagging, Podcasts, Wikis, Social Networking, Social Bookmarking, … usw. usf. – unterstützen uns bei unserer täglichen Arbeit … nur: lasst die Kirche im Dorf!!!

Und den Geschäftsführern und Verantwortlichen in den Kommunikationsabteilungen der Unternehmen, die evtl. Angst vor web 2.0 haben, sage ich: Nichts wird so heiß gegessen, wie es gekocht wird!

via Moderne Unternehmenskommunikation und PR Fundsachen

Angela Merkel zu Hause – oder Kinderfunk for Dummies

Ein Video mit unserer Bundeskanzlerin Angela Merkel beschäftigt Klein-Bloggersdorf an diesem Wochenende.

Ist das alles so herrlich stussig, wie Robert Basic meint, oder steckt doch mehr dahinter?

Über Sinn und Unsinn, über die Ausführung u.a.m. streiten nun die Gelehrten Journalisten (- und solche, die es werden wollen -) in den Kommentaren z.B. hier und hier und hier und hier und …

Ich nutze mein Privileg, als Nicht-Journalist, Amateur-Schreiber und Medien-Konsument zu kommentieren.

xolotv

Lyssa aka Katharina Borchert – genau: die designierte Chefredakteurin Online und stellvertretende Chefredakteurin der WAZ-Mediengruppe – durfte Angela Merkel im Kanzleramt besuchen.

Und sogleich der erste Aufschrei: Pfui – Beziehungskiste!, denn Katharina ist die Tochter von Jochen Borchert.

Liebe Kritiker: es war doch immer schon so, Beziehungen schaden nur dem, der keine hat – wo also liegt das Problem???

Das von Lyssa geplante spontane und authentische Interview wurde allerdings sehr kurzfristig abgesagt, … die Bundeskanzlerin wurde zurück gepfiffen ruderte aufgrund plötzlicher Angst vor der eigenen Courage zurück … und herausgekommen ist eine mediengerechte PR-Inszenierung.

Je nach Erwartungshaltung, kann man dieses kritisieren. Ich erwarte nicht, dass diese neue Form des „Bürger-Journalismus“ den herkömmlichen investigativen Journalismus verdrängen sondern um eine interssante Komponente bereichern wird.

Und warum darf eine Bundeskanzlerin nicht auch mal sympathisch rüberkommen, wenn sie ganz offen ihre Medien-Auftritte reflektiert.

Es kam eines Tages jemand, der hat gesagt, dass das [Anm.d.Autors: gemeint ist der wöchentliche Video-Podcast auf www.bundeskanzleramt.de] eben ’ne Form ist, wo viele Menschen auch hingucken [..] und mich hat das interessiert.

Ich finde sowieso diese Revolution über’s Internet eine der spannendsten Dinge die stattfindet, und wir als Politiker sind da manchmal ziemlich hinterher.

Und deshalb habe ich damit angefangen, und dann ist mir irgendwie auch aufgefallen, dass es vielleicht für viele, die da gucken, noch etwas steif ist, wenn ich da immer so vom Teleprompter ablese und neulich habe ich da auch schon einmal frei gesprochen …

Alles in allem ist das Experiment gelungen. Ein Anfang hin zu mehr Authentizität, Offenheit und Transparenz. Natürlich gibt es noch viel zu verbessern, aber die einseitige und pauschale Kritik, so wie sie in einzelnen Postings und Kommentaren zum Ausdruck kommt, wird dem Projekt nicht gerecht.

… und ich bin gespannt auf weitere Produktionen …

Prominenter Neuzugang

… in Kleinbloggersdorf. Georg blogtso what? Natürlich wird sofort recherchiert und siehe da

Ein Vorstand von Bild.T-Online wagt sich in die Höhle des Löwen! Ja, ich muss zugeben, dieses Experiment ist nach meinem Geschmack.

Mit Ablehnung aufgrund seiner beruflichen Position musste Dr. Pagenstedt – aka Georg – rechnen. Aber es gibt auch andere Stimmen . Jetzt muss sich erweisen, inwieweit Georg Berufliches und Privates trennen kann und ob er und die Blogosphäre bereit sind für einen echten Dialog auf Augenhöhe.

Genau diese Offenheit, die Georg hier zeigt, haben viele Blogger immer und immer wieder von Unternehmern und Managern gefordert.

Ich wünsche mir, dass noch mehr Manager diesem Beispiel folgen, vielleicht wird dann auch in Kleinbloggersdorf das eine oder andere liebgewonnene Feindbild korrigiert :-)

Weblog (Miss-) Interpretationen

Wann ist jemand, der im Internet schreibt, ein Blogger? und wann ist eine Website ein Weblog? zwei immer wieder heiß und kontrovers diskutierte Fragen …

… aber interessiert das auch den gemeinen Internet-User?

Ein Beispiel ist die Diskussion um Readers Editon (RE).

Warum nur nennt man die Nachwuchsredakteure der RE Blogger? Ich denke mal, hier wirds in der Begrifflichkeit doch unscharf. RE ist meinetwegen User Generated Content, aber kein Blog. Auch wenn es eine ähnliche Inhalte und Funktionen hat. Aber Blogs machen vor allem das Persönliche aus, nicht allein die Technik.

Thomas Wanhoff in Nochmal Readers Edition. Er bezieht sich auf BasicThinking >> TAZ über Bürgerjournalismus.

Nun, ursprünglich waren Weblogs nichts anderes als ganz persönliche Tagebücher, die dann ins Internet gestellt wurden. Blogger schreiben subjektiv über ihre Hobbies, ihre (Reise-)Erlebnisse, ihre ganz persönlichen Empfindungen und Gefühle …

Das hat sich geändert!

Heute bloggen Anwälte, Berater, Angestellte, Studenten, Wissenschaftler, Journalisten, Online-Händler, Unternehmer, (… eigentlich mehr oder weniger alle Berufsgruppen …). Die Inhalte reichen vom Katzen-Content bis hin zu wissenschaftlichen Abhandlungen.

Einige Blogger schreiben sowohl auf „privaten“ Seiten als auch auf „kommerziell ausgerichteten“ Weblogs.

Die Anführungszeichen setze ich bewusst, denn die Grenzen verschwimmen häufig, was zu heftigen Kontroversen geführt hat und die Blogosphäre noch lange beschäftigen wird.

Was den leidigen Streit Blogger vs. Journalist angeht (- siehe auch Was Blogger können -), lässt sich festhalten:

  • Die meisten Blogger sind keine Journalisten.
  • Einige Journalisten betreiben ein Weblog.

… „betreiben ein Weblog“, bringt mich zu den technischen Aspekten des Blogs. Im Gegensatz zu den statischen Internet-Seiten sind Weblogs für die gegenseitige Verlinkung prädestiniert. Hierzu dienen Kommentare, Pingback und Trackback. (siehe auch Verlinken – Ja, aber Wie?)

Links auf das eigene Blog sind wichtig, um den Pagerank zu erhöhen. Auch die Blog-Suchmaschine Technorati bewertet die Weblogs aufgrund eingehender und ausgehender Links, hieraus wird die Rangordnung abgeleitet.

Nutzen für die Blogger: ihre Postings erhalten exponierte Google-Treffer, was wiederum die Verbreitung fördert und sie dann zu Meinungsmachern macht – andere sagen dazu auch Rudelführer … (deshalb wird es in machen Teilen der Blogosphäre auch gar nicht gerne gesehen, wenn kommerzielle Seiten – speziell die Angebote verschiedener Verlage – direkt verlinkt werden; denn dadurch wird ja deren Pagerank erhöht ;-) )

Und wo bleiben unsere Leser bei alledem?

Genau damit habe auch ich ein Problem. O.K., viele Blogger sagen, sie schrieben ausschließlich für sich selbst, alles andere sei ihnen sch…egal …; das wird wahrscheinlich auf das Gros der Blogger zutreffen, sie brauchen keine Technorati-Links … eigentlich könnten sie auch ihre Tagebücher – wie viele Generationen zuvor – im Bettkasten verstecken … (Ergänzung 12.06.: habe gerade den Hinweis erhalten, dass hier das Augenzwinkern ;-) fehlt: mit „im Bettkasten verstecken“ wollte ich kein Weblog in irgendeiner Form abwerten. Viele Blogger schreiben für eine kleine aber feine Gruppe und nutzen dafür das Internet, ohne selbst Wert darauf zulegen, dass viele „Fremde“ via Google auf das Blog stoßen …. Sorry, wenn ich hier missverstanden worden bin! – im Übrigen verbirgt sich hier auch ein sehr interessanter Diskussions-Ansatz ;-) )
Andere Blogger wollen oder müssen auffallen – gar nicht einfach im weiten Internet ;-) d.h. diese Blogger brauchen Leser!

Aber welchen Nutzen haben Sie – als Blog-Leser?

Das hängt natürlich zunächst von Ihrer Erwartung ab! Suchen Sie Unterhaltung oder Informationen, haben Sie berufliches oder privates Interesse, wollen Sie mit dem Autor und anderen Lesern „über Gott und die Welt“ philosophieren, …

… ich beschränke mich hier auf die berufliche Nutzung …

… wenn ich von Unternehmern gefragt werde, „Welches Blog muss ich denn unbedingt lesen? … ich habe ja soooo… wenig Zeit …“, kann ich nur sagen:

Beginnen Sie mit wenigen Blogs, die Sie thematisch interessieren. Seien Sie neugierig und folgen Sie dann den weiterführenden Links! Jedes Blog, dass Sie neu kennenlernen, führt Sie zu vielen weiteren … Sie merken schnell, wo sich die für Sie interessanten und wichtigen Diskussionen abspielen.

Aufgrund ihrer Vernetzung sind Weblogs für mich zu einer wichtigen Informationsquelle geworden. Die Internet-Recherche ganz allgemein verdrängt auch viele Fachzeitschriften von meinem Schreibtisch. In den letzten sechs Monaten – oder waren es schon mehr? – konnte keine Fachzeitung, die ich gelesen hatte, mir in der Rubrik „Aktuelles“ etwas anbieten, dass ich nicht zuvor schon im Internet gelesen hatte.

Die Zeit, die ich früher zum Lesen von Fachzeitschriften genutzt hatte, nutze ich heute für die Internet-Recherche, damit gewinne ich noch zusätzlich Zeit. (So kann ich hier und da auch mal ein Blog-Posting verfassen :-) )

Ich plädiere nicht dafür, dass Sie alle Zeitungs- und Zeitschriftenabonnements kündigen und ausschließlich Weblogs lesen! Es kommt immer auf den richtigen Medien-Mix an :-)