Was ist so neu am neuen Internet?

Der „Quantensprung“ von Internet 1.0 nach Internet 2.0 – der m.E. keiner ist – wird zunehmend diskutiert. Dieses Phänomen „Web 2.0“ entwickelt z.Z. eine Eigendynamik – ich neige dazu, schon von einem „Bläschen“ zu sprechen.

Auf der anderen Seite liegen in einer veränderten Unternehmenskultur neue Chancen und auch Herausforderungen gerade auch für kleine und mittelständische Unternehmen.

Durch die Verlagerung von Geschäftsprozessen in das Internet können Kosten gesenkt und die Effizienz gesteigert werden.

Aber richtig ist auch: Ein Unternehmen, das versucht seine Ablauforganisation und seine Prozesse 1:1 in das Internet zu verlagern, wird Schiffbruch erleiden! Auch hierzu gibt es genügend Beispiele.

live.hackr verweist auf Z_punkt’s ultimative Einführung ins Web 2.0. Trotz des Hype-Unwortes-Web-2.0 sind die Artikel Web 2.0 Teil I und Teil II lesenswert. – Eine Einführung eben, aus der sich der geneigte Leser das passende heraussuchen kann – dennoch: Lesen lohnt!

Leider ist die unten zitierte Antwort nicht sehr erhellend:

Stattdessen sollte die Frage ernsthaft gestellt werden: Steht Web 2.0 für eine Transformation, die das Business tangiert, vielleicht sogar umformt?

Unsere Antwort ist ein kritisch abgewogenes, aber deutliches „Ja“.

Für mich wird nicht hinreichend deutlich, was „kritisch abgewogen“ wird. Bitte Butter bei die Fische: was heißt in diesem Zusammenhang „kritsich abgewogen, aber deutlich“???

Weiter heißt es:

Die Skepsis gegenüber dem Buzzword „Web 2.0“ sollte nicht den Blick dafür verstellen, dass das Internet, die Medien, Marketing und E-Commerce reale Wandlungsprozesse durchläuft, die zum Teil bereits in den Mainstream diffundieren.

Dieses Fazit kann ich nur unterstreichen.

Virtuelle Messe – LP-ClickFair

Vogel Business Medien entdecken das Internet und entwickeln ein digitales Geschäftsmodell.

Dabei handelt es sich um das sog. Lead-Generation-Modell mit dem Ziel, „dem Informationssuchenden über mehrere Mediengattungen ein umfassendes Informationsangebot zu bieten„.

Die Werbetreibenden sollen werthaltige Kundenkontakte verbunden mit dem Nachweis der Wirksamkeit ihrer Werbemaßnahmen geliefert bekommen. Geplant sind unter anderem verschiedene Online-Portale, in denen der Kunde hoch zielgruppenspezifische Informationen in den für ihn wichtigen Fachsegmenten nutzwertig – zum Beispiel in Form von sogenannten White Papers – aufbereitet bekommt.

[mehr in der Presseinfo]

Seit Februar ist die virtuelle Messe für Labortechnik, Analytik und Life Sciences – LP-ClickFair – online.

Weitere Web-Portale sollen folgen.

Vogel IT-Medien ist eine strategische Partnerschaft mit TechTarget eingegangen und will zielgruppenspezifische Websites für den deutschen IT-Markt entwickeln.

via Hugo E. Martin

Rolle der Weblogs in der Mediengesellschaft

„Irgendwas läuft gerade mächtig falsch in Klein-Bloggersdorf“, resümiert Jörg-Olaf Schäfers in medienrauschen.

In den letzten Tagen hatte ich keine Zeit, weiter zu diesem Fall zu recherchieren und Neues beizutragen.

Wie ich dann der Chronik eines PR-Desasters entnommen habe, war das Kind schon in den Brunnen gefallen …

… und nun doch noch ein erfreulicher Abschluss. Puh … das sollte allen Beteiligten eine Lehre sein!

Umso wichtiger wird jetzt auch die Diskussion um die Rolle der Blogosphäre als ganzes: Blog & Rudelbildung ist ein Stichwort.

Die Rolle, die die Blogger in unserer modernen Mediengesellschaft spielen, wird auch innerhalb der Blogosphäre intensiv diskutiert, z.B. heute beim Spreeblick.

Wie verändern Weblogs den Journalismus?

Thomas Knüwer vom Handelsblatt bringt hier eine interessante Variante ins Spiel – den „Werkstatt-Journalismus“ :

[..] Aus diesem Grund veröffentlichen Journalisten, die sich gewissen Standesgrundsätzen (nein, kein Kodex) verpflichtet sehen, erst dann ihre Geschichten, wenn sie diese für ausreichend fundiert halten.

Weblogs (und natürlich Internet-Seiten insgesamt) aber haben die Möglichkeiten, Artikel immer wieder zu verändern und zu ergänzen. Deshalb ermöglichen sie eine Art Werkstatt-Journalismus, [..]

[..] Eine Zeitungsredaktion muss mit einer begrenzten Menge Leute einen möglichst vollständigen Überblick über die Nachrichtenlage auf einem limitierten Raum zu einem bestimmten Zeitpunkt liefern.

Weblogs recherchieren mit einer unbegrenzten Personenmenge ohne den Anspruch auf Vollständigkeit der Nachrichten zu haben. [..]

[..] Und deshalb ist es legitim auch Geschichten zu schreiben, die vielleicht nur halbgar sind. Die Bereitschaft, zurückzuziehen, zu korrigieren, sich zu entschuldigen und den Kotau zu machen – die muss allerdings vorhanden sein.

Abgesehen davon, ob es legitim ist „halbgare Geschichten“ zu schreiben, oben beschriebener „Werkstatt-Journalismus“ ist m.E. heute schon die Realität, und diese Entwicklung lässt sich auch nicht mehr umkehren. M.E. sind Weblogs kein vorübergehender Spuk, sondern ein wesentlicher Faktor in unseren Meinungsbildungsprozessen.

Wie sollten Unternehmen mit der Blogosphäre umgehen?

Robert Basic bietet einen Blog-Beratungsschein, aber im Ernst: Angriff ist oft die beste Verteidigung.

Meine Empfehlung: Wenn Sie sich von Bloggern angegriffen, oder sich zu Unrecht diffamiert fühlen, schreiben Sie einen Kommentar zu dem Beitrag, und stellen Sie Ihre Sicht der Dinge dar.

Schreiben Sie unter Ihrem richtigen Namen, und hinterlassen Sie eine E-Mail-Adresse, so dass der Blogger Sie kontaktieren kann.

Sollte das nicht fruchten, nutzen Sie selbst die „Blog-Trommeln“ und erstellen ein eigenes „Krisen-PR-Weblog“, beschreiben Sie Ihre Position, und verlinken Sie mit dem „Kritiker“ und auch mit anderen. Wenn Sie gute Argumente haben, dann werden diese auch gehört.

Die Chance aus der PR-Krise:

Ich wünsche mir, dass – nicht zuletzt nach „euroweb“ und „transparency“ – der Abmahnwahn gegen Blogger ein Ende hat, und stattdessen ein direkter Dialog zwischen Beteiligten und Betroffenen stattfindet.

Weblogs bieten das Potenzial für vielfältige Dialoge und „der Wert eines Dialogs hängt vor allem von der Vielfalt der konkurrierenden Meinungen ab“, Karl Raimund Popper.