Der Wahnsinn 2.0

Innerhalb sehr kurzer Zeit hat sich ein Hype 2.0 aufgebaut, der mich erschreckt!!!

Der Wahnsinn 2.0: In manchen Kreisen scheint es en vogue zu sein, alles – ob passend oder unpassend – mit 2.0 zu dekorieren. Mit dem Ergebnis, dass xyz 2.0 bereits jetzt mein Unwort des Jahres ist!

Mich erinnert das wieder an die Zeit, als jeder der „Internet“ schreiben konnte, der große King war. Jede Firma, die was auf sich hielt, musste ein „dotcom“ im Namen führen … dann kam der große Absturz.

Was ist heute? – kein halbes Jahrzehnt später: 2.0, 2.0, 2.0, …

Der letzte Schrei: PR 2.0 Essentials (PDF, 30 Seiten)

The 2.0 Reference Guide is a living document to help PR practitioners understand and navigate through the – sometimes scary often challenging but definitely exciting – PR 2.0 landscape.

Nein, bitte nicht!

Ja, viele Dienste – RSS, Blogging, Meme, Tagging, Podcasts, Wikis, Social Networking, Social Bookmarking, … usw. usf. – unterstützen uns bei unserer täglichen Arbeit … nur: lasst die Kirche im Dorf!!!

Und den Geschäftsführern und Verantwortlichen in den Kommunikationsabteilungen der Unternehmen, die evtl. Angst vor web 2.0 haben, sage ich: Nichts wird so heiß gegessen, wie es gekocht wird!

via Moderne Unternehmenskommunikation und PR Fundsachen

Juxtaposition – Scheinbar Unvereinbares Mischen

Darren Rowse macht sich Gedanken, warum das Interesse an den „Neuen Medien“ so stark zunimmt. Er nennt acht Gründe: 8 Reasons Why New Media is Growing.

Ich möchte seinen 6.Punkt herausgreifen: Juxtaposition:

People seem increasingly comfortable with hearing diverse opinions and living with contradiction. [..]

As New Media and Web 2.0 moves towards convergence and integration [..] I guess we will increasingly see a juxtaposition of ideas side by side.

Aufgefallen ist mir dieser Punkt wahrscheinlich gerade deshalb, weil ich letzte Woche mit einem Kunden über genau dieses „Zusammenwachsen unvereinbarer und widersprüchlicher Positionen“ diskutiert habe.

Im Netz registriere ich z.Z. wieder verstärkt einen neuen Hype – einen Medienrummel im negativen Sinne – um „Web 2.0„.

Die Interaktionsmöglichkeiten im „Web 2.0“ machen Sinn, und ich hoffe, dass jetzt neue Dienste entstehen – und von vielen Anwendern angenommen werden, ohne dass der Markt gleich wieder „überhitzt“.

Auf die zwei Seiten der Medaille habe ich hingewiesen. Nun, … was ist „New Media“, was ist „Web 2.0“? Beide Ausdrücke gefallen mir nicht wirklich; es gibt keine griffigen Definitionen und jeder versteht etwas anderes darunter.

Für einen außenstehenden Beobachter ergibt sich das folgende Bild:

Auf der einen Seite schießt eine Community nach der anderen aus dem Welt Weiten Web – openBC, LinkedIn, Basecamp, Campfire, … und Dienste, wie Bloglines, delicious, flickr, frappr, gelangen immer mehr in das Blickfeld einer breiteren Öffentlichkeit – aber, wer blickt da noch durch??? …

… und auf der anderen Seite stehen die überforderten Anwender – oftmals hilflos und alleine gelassen.

Darren hat Recht – das merke ich auch in Gesprächen mit meinen Kunden – , immer mehr Menschen – Anwender – sind bereit, sich auf unterschiedliche und auch widersprüchliche Angebote im WWW einzulassen, aber sie wollen auch „mitgenommen werden“!!!

Das „Mitnehmen“ kommt m.E. zu kurz. Wie kann zusammenwachsen, was zusammengehört? Ich freue mich auf vielfältige – auch widersprüchliche :-) – Meinungen in den Kommentaren.

via BasicThinking