Urteil: Verlinkung von Bildern unzulässig (Update)

Auf heise online gibt es jetzt eine Stellungnahme zu dem hier diskutierten Urteil:

In einem Punkt, dem der Verlag grundsätzliche Bedeutung beimisst, obsiegte der Münchner Anwalt allerdings im Berufungsverfahren (Az. 18 U 2067/07): Auch das Oberlandesgericht als Zweitinstanz hat dem Verlag untersagt, im satirischen Kontext auf eine Website zu verlinken, auf der sich unter anderem auch zwei Fotos des Anwalts befinden, und damit „einen Bezug zur anwaltlichen Tätigkeit des Beklagten herzustellen“. Die Bilder zeigen den Anwalt mit freiem Oberkörper oder im Kampfanzug beim Paintball-Spiel, das Gesicht ist jeweils durch einen schwarzen Balken unkenntlich gemacht. Durch das Setzen des Links habe der Verlag Bildnisse des Beklagten „öffentlich zu Schau gestellt“, ohne dass dieser „in die Veröffentlichung eingewilligt“ habe. Eine solche Einwilligung des Abgebildeten sei jedoch im vorliegenden Fall erforderlich.

aus: Urteil: Link zu Foto kann Persönlichkeitsrechte verletzen

Urteil: Verlinkung von Bildern unzulässig

Hyperlinks machen das Internet aus

– diese Links sind das „Salz in der WWW-Suppe“ (Münz/Nefzger).

Leider gibt es nicht nur Politiker, die dieses Internet nicht verstehen (wollen), sondern auch Richter.

Für Aufsehen sorgt nun ein neues Urteil des OLG München (Urteil vom 26. Juni 2007 AZ: 18 U 2067/07).

Nach diesem Urteil sind Verlinkungen auf beliebige Textseiten mit Bildern ohne Zustimmung des oder der Rechteinhaber der Bilder unzulässig.

So wie ich das verstehe, ist mit diesem Urteil quasi jede Verlinkung angreifbar. Also wenn ich jetzt noch ein x-beliebiges Bild (ich alleine bin der Rechteinhaber) hier einfüge, kann ich jeden abmahnen, der diese Seite verlinkt, oder? Habe ich das Urteil wirklich richtig verstanden??? … das darf es nicht sein …

Aus Protest ruft Frau Lanu zum Linkstreik auf – wäre schön, wenn’s was bringt :) )))

Rainer Helmes

Update 4. August 2007: Urteil: Verlinkung von Bildern unzulässig (Update)

zu dem Urteil siehe auch:
Boocompany – Abschalten! Jetzt! (Update)
gulli.com – Verlinkte Bilder laut OLG München ohne Einwilligung unzulässig
R-Archiv.de – Linkhaftung bei Bildern

Der (Un-)Sinn der Corporate Blogs

Seit ein paar Tagen ist die aktualisierte Liste der Top 100 Business Blogs online.

Aktualisiert heißt auch bereinigt, denn:

In der Regel wird der Aufwand, den die Pflege eines Blogs bedarf, unterschätzt. Solange die Blogs aber nicht als strategisches Ziel im Unternehmen verankert werden und als wichtiges Kommunikationsinstrument ernst genommen werden, fällt es manchen Unternehmen leicht, ein solches (Rand-)Projekt wieder einzustellen.
Klaus Eck, PR Blogger

Aber was ist das strategische Ziel? Wann lohnt der Aufwand?

Ja, ich kann mir solche strategischen Ziele vorstellen! So nur zum Beispiel:

  • das gesamte Web-Projekt besser in den Trefferlisten der Suchmaschinen positionieren; s.a.: Verlinken – Ja, aber Wie?
  • das Blog als Mittel zur Kunden-Akquise einsetzen
  • Einnahmen über den Verkauf von Werbeflächen erzielen

Keine Frage, diese strategischen Überlegungen sind wichtig! Viel wichtiger für einen langfristigen Erfolg sind allerdings gute inhaltliche Angebote, die die Leser binden sowie die Bereitschaft zur Diskussion mit den Lesern.

Und dann genügt vielleicht auch einfach die Freude am Schreiben und der Spaß am Dialog als Motivation für ein – erfolgreiches? – Corporate-Blog.

Mein Fazit: Bloggen muss Spaß machen – dann sind auch Corporate Blogs sinnvoll. Man darf nur seine Zeit nicht rechnen :) )))

Rainer Helmes

Können Unternehmen die Blogosphäre für ihr Marketing (miss-)brauchen?

Ich meine: Nein.

M.E. lässt sich die Blogosphäre weder miss- noch ge-brauchen (im Sinne von ausnutzen). Denn: die Blogosphäre, d.h die Blogger sind keine homogene Gruppe und Weblog ist nicht gleich Weblog! Je mehr Menschen ins Internet reinschreiben, desto mehr spiegelt sich auch unsere Gesellschaft mit all ihren Facetten in Kleinbloggersdorf wider.

Warum schreibe ich das?

Auslöser ist der Artikel von Martin Oetting: Virale Werbung: Blogs oder E-Mail? (Link gefunden bei Robert Basic)

Fakt ist, dass es nur sehr selten gelingt, solche viralen Effekte über Blogs zu erzielen. Sehr viel häufiger passiert Unternehmen und ihren Marken vielmehr das Gegenteil: sie geraten ins kritische Kreuzfeuer der Blogs, weil sie kommunikative (oder andere) Fehler machen und dadurch den Spott oder die Kritik der Blogger auf sich ziehen. Gerade in Deutschland geht es häufig darum, die Blogosphäre von der – aus Sicht vieler Blogger – „schädlichen“ kommerziellen und damit unglaubwürdigen Kommunikation freizuhalten. Diese Haltung (die ich hier überhaupt nicht bewerten will) macht es objektiv schwer, durchschlagende Effekte mit viraler Werbung über Blogs zu erreichen. Eine positive Reaktion der Blogosphäre kann man eher erzielen, wenn man sich in der Kommunikation öffnet. Wenn man sich also zu einem gewissen Grad die Transparenz und die Partizipation zutraut, die von Bloggern oft gefordert wird.

Martin Ötting

Ich wehre mich dagegen, als Blogger in eine Schublade gepresst zu werden!

Im Ergebnis stimme ich Martin Oetting zu. Allerdings werden mit der Frage „Blogs oder E-Mail?“ Äpfel mit Birnen verglichen. E-Mail ist ein anerkanntes, einfaches und effizientes Kommunikationsmittel (Werkzeug) und der Begriff „Blog“ – so verstehe ich das hier – wird genutzt im Sinne einer ethischen Grundhaltung einer bestimmten Personengruppe, d.h. „Blog“ meint hier Blogger als Anwender von Werkzeugen – nämlich der Verlinkungstechnik – und nicht das Werkzeug selbst.

Für Virales Marketing, d.h. für das Weitertragen bestimmter Informationen, spielt es wirklich keine Rolle, ob als Werkzeug der Übermittlung Buschtrommeln, Rauchzeichen, Telefon, E-Mail, Verlinkungstechniken, … – oder ganz was anderes – eingesetzt werden.

Don Alphonso verdeutlicht hier am Beispiel von Svens Wette, dass auch ohne die Verlinkung der Weblogs eine große Aufmerksamkeit (= Klickrate) erreicht werden kann.

Und auch das Ergebnis bzgl. der Bedeutung von E-Mail für Virales Marketing überrascht mich nicht. Ich habe vor kurzem ein Sideblog eingerichtet, um mal schnell interessante Fundstücke zu dokumentieren und auch auf diese Weise an Kollegen weiterzugeben. Da ich aber weiß, dass dieses Blog von meinen Kollegen und Geschäftspartnern (noch) nicht – bzw. nicht regelmäßig – gelesen wird, verschicke ich manche Links noch zusätzlich per Mail an ausgewählte Adressaten (bevor sich die E-Mail soweit durchgesetzt hat, waren es eben Fax-Mitteilungen). Höre ich jetzt jemanden delicious rufen? – Oje – das ist für viele noch weiter weg …

Heißt das jetzt, die PR-Profis der Unternehmen können sich zufrieden zurücklehnen und die Blogger gute Leute sein lassen?

Nein! – Ganz im Gegenteil! Weblogs und Onlineforen sind Seismographen für neue Trends und zeigen sehr früh den Wandel von Konsumgewohnheiten.

Und ich wage noch eine Prognose: In nicht mehr allzu ferner Zukunft wird die Vernetzung im Internet die Bedeutung von E-Mail als Nachrichtenträger für Virales Marketing bei weitem übersteigen. Das bedeutet für Unternehmen, sie müssen eine diesbzgl. Kommunikationsstrategie entwickeln!

Verlinken – Ja, aber Wie?

Wie klappt es eigentlich mit dem Verlinken?, habe ich schon hier gefragt. Trackback, ja, aber wann, oder Pingback oder was?

Nun liefert die Bloggosphäre wieder eine Steilvorlage, und ich kann nicht widerstehen:

Die Freundin bloggt, und – wie Björn Hasse feststellt – die MacherInnen können nur alles falsch machen:

Wer nicht verlinkt, der ist doof. Wer verlinkt, der ist ein Trackback-Sauger. Wer bezahlt, der bezahlt zu wenig (andere Baustelle), wer nicht bezahlt, der macht etwas falsch (Vielleicht, man weiß nicht so genau). Wer anonym postet, der ist ein Fake, und wer für eine Frauenzeitschrift vor dem Fotoshooting eine Szenerie stellt, der fälscht Hintergründe. Oder so. Um aber auch weiter zu spiegeln: Wer die Blogs kritisiert, der sieht Frauen lieber Nähen und Kochen, wer Texte abändert, der zensiert.

Da ich in den letzten 14 Tagen nur sporadisch in Klein-Bloggersdorf war, habe ich die spannende Diskussion (andere würden sagen: Schlammschlacht!?!) in den Kommentaren hier verpasst.

Nun – auf den ersten Blick – verwundert der letzte Kommentar (datiert: 11.05.2006 – 00:20):

Hey cool, dem erste freundin-Blog hat endlich mal hierhergelinkt!

…hat auch nur über eine Woche gedauert… (Cator)

Der Kommentar verwundert aber auch nur auf den ersten Blick, denn die Verlinkung entpuppt sich als „des Pudels Kern“??? Nicht wirklich, oder doch?

Zum einen sind die deutschen blogcharts Gradmesser für die Bedeutung der Blogs (und wer möchte nicht gerne – heimlich oder unheimlich – zum erlauchten Kreis der sog. A-Lister gehören???). Für einen guten Platz in Suchmaschinen oder bei Technorati ist die Anzahl der auf das eigene Blog verweisenden Seiten (vgl. auch: Pagerank) ausschlaggebend.

Auf der anderen Seite – und das ist m.E. der wichtigere Punkt – wird die breite Online-Kommunikation erst so richtig durch die „via-Verlinkung“ in Schwung gebracht. So ist es möglich, immer tiefer in ein Thema einzusteigen und die vielfältigsten Meinungen einzuholen.

Für die Verlinkung gibt es zwei Verfahren: Pingback und Trackback. Zu den Vor- und Nachteilen siehe auch hier.

Pingback oder Trackback? Welche Bedeutung hat die Verlinkung für die Bloggosphäre und wie wird richtig verlinkt, das ist hier die Frage?, die ich gerne an die Leser weitergebe …